Gesundheitsministerin Steffens: Telematik bietet Chancen für mehr Qualität in der Pflege

Düsseldorf (EB) – Moderne Informations- und Kommunikationstechnologien können bei verantwortungsvollem Einsatz in der Pflege zu mehr Qualität und zur Entlastung für Pflegekräfte und Angehörige führen. Darauf hat Gesundheitsministerin Barbara Steffens bei der Eröffnung des Kongresses „IT-Trends Medizin/Health Telematics 2014“ des Zentrums für Telematik und Telemedizin in Essen hingewiesen.

„Der Einsatz von Telematik bietet Chancen zur Unterstützung von Pflegekräften, beispielsweise bei der Arzneimitteltherapiesicherheit, dem Wundmanagement oder durch vereinfachte Kontaktaufnahme mit behandelnden Ärztinnen und Ärzten“,  erklärte Ministerin Steffens in einer Pressemitteilung. Die Skepsis bei Pflegekräften und Betroffenen gegenüber neuen Technologien sei allerdings noch recht groß. “Technik kann die menschliche Zuwendung nicht ersetzen und darf das Selbstbestimmungsrecht der Pflegebedürftigen nicht aushöhlen. Daher brauchen wir sichere Anwendungen mit hoher Nutzerorientierung, Fehler unanfällig und robust, die den Anforderungen des Datenschutzes voll genügen und den Pflegekräften Freiräume für mehr Zuwendung verschaffen. Nur so werden diese bei allen Beteiligten auf Akzeptanz stoßen“, so Steffens weiter.

Bereits heute sei ein Fünftel der Bevölkerung älter als 65 Jahre, 2030 wird es mehr als ein Viertel sein. Es gebe immer mehr neurodegenerative Erkrankungen wie Demenz und Parkinson, die Multimorbidität steige und damit auch die Komplexität der Behandlung und die damit verbundenen Risiken. Dies gelte beispielsweise auch für die „Polypharmazie“ – unerwünschte Arzneimittelnebenwirkungen durch Interaktion, mangelnde Therapietreue und Doppelverordnungen.

Diesem quantitativ und qualitativ steigenden Bedarf stünden ein drohender Fachkräftemangel und die zunehmende Überlastung des Pflegepersonals gegenüber, sagte Steffens. Hier könnten Telematikanwendungen und die Telemedizin Bausteine für eine Zukunftssicherung sein. Der gesamte Pflegeprozess von der Anamnese über die Planung bis zur einrichtungsübergreifenden Dokumentation könne bereits heute in einer elektronischen Pflegeakte abgebildet werden. Diese wäre auch sehr hilfreich für zur Unterstützung einer angemessenen pflegerischen Weiterversorgung von Patientinnen und Patientinnen, wenn sie beispielsweise vom Krankenhaus in eine Pflegeeinrichtung wechseln.

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