Posts Tagged ‘Nachruf’

Laschet zum Tod von Rupert Neudeck: Ein furchtloser Lebensretter und unermüdlicher Streiter für Menschlichkeit

Dienstag, Mai 31st, 2016

Düsseldorf (EB) – Zum Tod des Gründers der Hilfsorganisationen „Cap Anamur“ und „Aktion Grünhelme“, Rupert Neudeck, erklärt der CDU-Landes- und Fraktionsvorsitzende Armin Laschet heute: „Mit Rupert Neudeck verliert unser Land einen streitbaren Mitchristen und furchtlosen Lebensretter. Er hatte einen Sinn für das Machbare, ohne verzagt zu sein. Sein Rat war hoch geschätzt, sein Lebenswerk ragt heraus aus vielem, was Menschen an Gutem in unserem Land tun. Es ist unsere gemeinsame Verpflichtung, den Einsatz Rupert Neudecks für Menschlichkeit und Menschenwürde fortzuführen – insbesondere für jene, die auf der Flucht sind.

Rupert Neudeck, der aus Danzig stammte und viele Jahre im nordrhein-westfälischen Troisdorf lebte, rette zwischen 1979 und 1982 mit der nach einem Frachter benannten Hilfsorganisation “Cap Anamur” mehr als 11.000 sogenannte “boat people” aus Vietnam vor dem Ertrinken. Viele fanden in Deutschland ein neues Zuhause. 2003 gründete er die Hilfsorganisation “Grünhelme”, die auch für den Dialog zwischen Christen und Muslimen eintritt.

Rupert Neudeck war mir ein wichtiger Ratgeber und wertvoller Gesprächspartner. Er war Gast unserer Fraktion und hat immer den Blick über den Tellerrand gerichtet.

Die Menschen in Nordrhein-Westfalen verlieren einen herausragenden Mitmenschen, für den Mitleid und Barmherzigkeit keine Floskeln waren, sondern zum konkreten Handeln motivierten. Er wird uns fehlen.“

Ein höflicher Kämpfer um Anerkennung – ein Nachruf auf Guido Westerwelle

Dienstag, März 22nd, 2016

Von Roland Appel

Viele ehemalige Jungdemokraten wie ich, die der “wahren” Jugendorganisation1  der FDP bis in die 80er Jahre angehörten, haben Guido Westerwelle 1980 als einen etwas nassforschen Bundesgeschäftsführer, später Bundesvorsitzenden der “Jungen Liberalen”2 kennen gelernt. Jener Parteijugend, die gegen die Jungdemokraten vom Wirtschaftsflügel der FDP gefördert wurde, um die “Wende”, den Koalitionswechsel von der SPD zur CDU 1982 vorzubereiten und um, wie viele sagen, letztlich den politischen Liberalismus in Deutschland zu spalten. Guido Westerwelle war persönlich immer ein wenig ein “Underdog”, der kämpfen musste. (mehr…)

Verleger Alfred Neven DuMont ist tot. Nachruf eines früheren Mitarbeiters

Sonntag, Mai 31st, 2015

Von Heinz Tutt

 

Zeitungsverleger Professor Alfred Neven DuMont ist tot. Bild: mds

Zeitungsverleger Professor Alfred Neven DuMont ist tot. Bild: mds

Die Nachricht ist von allen Mitarbeitern des „Kölner-Stadt-Anzeiger“ mit großer Trauer aufgenommen worden. Professor Alfred Neven DuMont ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Die Medienlandschaft in Deutschland wird sich verändern.

Als Mitarbeiter, der knapp vier Jahrzehnte beim „Kölner Stadt-Anzeiger“ als Journalist beschäftigt war – in der Kommunalpolitik und zuletzt 19 Jahre lang als Redaktionsleiter des Landesbüros der Zeitung in Düsseldorf -, will ich einen kleinen persönlichen Einblick über die Eindrücke geben, die dieser hervorragende Verleger und vor allem auch Journalist bei mir hinterlassen hat.

Neven DuMont, von fast allen stets „Alfred“ eher respektvoll denn vertraut genannt, galt schon vor Jahrzehnten als Patriarch. Wenn man zu einem Termin ins Vorzimmer „im Vorderhaus“ zitiert wurde, zitterten selbst Chefredakteure. Er brachte es einmal sogar fertig, einen joggenden Wirtschaftsredakteur von seinem Fahrer „einsammeln“ zu lassen, damit er seinem Verleger berichten konnte, was er denn tatsächlich in seinem Bericht gemeint habe. Solche Geschichten waren nach meiner Kenntnis aber die absolute Ausnahme – und Konsequenzen hatte diese unerfreuliche Begebenheit für den Kollegen jedenfalls nicht.

Alfred Neven war natürlich ein Machtmensch, der sich der Möglichkeiten seines Zeitungsimperiums in Köln stets bewusst war. Gleichwohl war er aber zutiefst Demokrat, der auf die Pressefreiheit nie etwas kommen ließ. Nicht ein einziges Mal bremste er, was meine Wahrnehmung betrifft, Recherchen, auch wenn andere sehr einflussreiche Leute, wie der frühere Oberbürgermeister Norbert Burger, der damals Messe-Aufsichtsrat war (und Neven DuMont sein Stellvertreter), ihn dazu dreist aufforderten.

Persönliche und gesellschaftliche Reputation war für Alfred Neven DuMont das eine, die journalistische Freiheit das andere. Hätten doch auch die vielen anderen Verleger im Land ihrer Redaktion so viel Freiheit eingeräumt! In den fast zwei Jahrzehnten, in denen ich in Düsseldorf über Landespolitik berichtete, hatte sich das „Vorderhaus“ kein einziges Mal gemeldet: sowohl bei kritischer Berichterstattung über SPD- als auch CDU-Regierungen. Ich weiß, dass dies bei Kollegen in anderen Verlagen nicht selbstverständlich war.

Professor Neven DuMont war nicht nur Verleger, sondern ist in seinem Innersten in erster Linie Journalist geblieben. Bis ins hohe Alter blieb er neugierig und ermunterte seine Chefredakteure, politisch brisanten Sachverhalten nachzugehen. Er hielt dabei den Redakteuren den Rücken frei. Anders als so manche frühere Chefredakteure, die glaubten, im Bereich der Medienpolitik sozusagen im vorauseilenden Gehorsam besonders gründlich beim Autor nachfragen zu müssen.

Es wäre verheerend, wenn dem Verleger und Publizisten Alfred Neven DuMont nun nur noch die Kaufleute im Verlag folgen würden. Zu befürchten ist dies.