Rheinland/Pfalz- Psychotherapie/Bätzing-Lichtenthäler: Traumaambulanzen bieten wirksame Soforthilfe

Mainz (EB) – „Bei meinem heutigen Besuch hat sich deutlich gezeigt, welche große Bedeutung die OEG-Traumaambulanzen für die Betroffenen haben. Sie sind ein wirksames Mittel, um schlimmen Verläufen nach Gewalterfahrungen vorzubeugen oder die Folgen zumindest abzufedern“, resümierte Gesundheits- und Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler beim Besuch des Regionalen Psychosomatischen Zentrums Südpfalz, einer Einrichtung des Pfalzklinikums, in Landau.

Opfer von Gewalttaten finden in Rheinland-Pfalz psychotherapeutische Hilfe in den sogenannten „Traumaambulanzen“. Das niedrigschwellige Interventionsangebot soll durch ein rasches, fachkompetentes Eingreifen möglichst vermeiden, dass sich psychiatrische Folgen einer Gewalttat dauerhaft verfestigen. Die ersten Traumaambulanzen wurden in Rheinland-Pfalz zur Umsetzung des Gesetzes über die Entschädigung für Opfer von Gewalttaten (OEG) bereits 2011 gegründet. Das Angebot richtet sich an Erwachsene und Kinder. Die Traumaambulanzen sind eng mit den Opferschutzorganisationen wie dem Weissen Ring vernetzt.

Auf Bundesebene wird derzeit eine gesetzliche Regelung durch das neue SGB XIV erarbeitet, mit dem das Soziale Entschädigungsrecht grundlegend reformiert wird. Ziel des Gesetzes ist es, Traumaambulanzen flächendeckend im gesamten Bundesgebiet einzuführen. „Ich bin froh und auch sehr stolz, dass wir in Rheinland-Pfalz das Angebot der OEG-Traumaambulanzen bereits seit acht Jahren haben und das Angebot in diesem Jahr sogar erneut erweitern konnten“, so Bätzing-Lichtenthäler.

„Ich freue mich, dass wir das einstige Modellprojekt verstetigt haben und weiter ausbauen. Seit Januar bzw. April 2019 gehören drei neue Standorte Simmern, Lahnstein und Landau dazu. Damit bestehen in Rheinland-Pfalz tragfähige Strukturen für die Zukunft, um eine bessere wohnortnahe Versorgung für Betroffene zu gewährleisten“, ergänzte Detlef Placzek, Präsident des Landesamtes für Soziales, Jugend und Versorgung, das für die Traumaambulanzen zuständig ist. „Zudem haben wir die Frist, innerhalb der sich Betroffene an die Traumaambulanzen wenden können, auf ein Jahr erhöht. Somit hoffen wir, noch mehr Menschen erreichen und ihnen durch effiziente psychische Stabilisierung helfen zu können“, so Placzek weiter.

Traumaambulanzen gibt es in Rheinland-Pfalz an folgenden Standorten:

·         Universitätsmedizin Mainz (nur Erwachsene) / Rheinhessen-Fachklinik Mainz (nur Kinder und Jugendliche)

·         Psychiatrieverbund Nordwestpfalz Kaiserslautern / Pfalzklinikum

·         Dr. von Ehrenwall’sche Klinik Bad Neuenahr-Ahrweiler

·         Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier

·         St. Elisabeth Krankenhaus Lahnstein GmbH – Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

·         Regionales Psychosomatisches Zentrum Südpfalz (RPZ) Landau / Pfalzklinikum

·         Hunsrück-Klinik Simmern – Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie

 

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