Ministerin Scharrenbach: Finanzielle Förderung der jüdischen Gemeinden ist Ausdruck der Verbundenheit

 

Düsseldorf (EB) – Das Land weitet die Unterstützung für die jüdischen Gemeinden in Nordrhein-Westfalen aus. Erstmals werden in diesem Jahr drei Millionen Euro zusätzlich für Modernisierungen und Neubauten jüdischer Einrichtungen bereitgestellt. „Die finanzielle Förderung ist Ausdruck der Verbundenheit, die die Landesregierung zu den jüdischen Gemeinden unterhält. Wir freuen uns, dass heute jüdisches Leben mit neuen Gemeindezentren und Synagogen sichtbar in unserem Land vertreten ist und Heimat findet“, erläutert Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung.

Die Unterstützung des jüdischen Glaubens hat Tradition, heißt es in einer Pressemitteilung des Ministeriums. 1992 wurde zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen und den jüdischen Verbänden ein Vertrag geschlossen, mit dem sich das Land verpflichtet, die jüdischen Gemeinden in Nordrhein-Westfalen bei der Erfüllung ihrer Aufgaben zu unterstützen. Zu Jahresbeginn ist der nunmehr fünfte Änderungsvertrag des Landes Nordrhein-Westfalen mit dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein, dem Landesverband Jüdischer Gemeinden von Westfalen-Lippe, der Synagogen Gemeinde Köln sowie dem Landesverband progressiver jüdischer Gemeinden in Nordrhein-Westfalen in Kraft getreten. Damit stehen erstmals Mittel des Landes bereit, um jüdische Einrichtungen zu renovieren oder neu zu errichten. Das Bauprogramm umfasst in diesem Jahr eine Fördersumme von drei Millionen Euro, die dann jährlich bis zum Ende der Laufzeit des Vertrages im Jahr 2028 um je 200.000 Euro bis zur Höchstfördersumme von fünf Millionen Euro anwächst.

Dazu erläutert Dr. Oded Horowitz, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein: „Die uns zur Verfügung gestellten Mittel sind der noch fehlende Baustein zur Sicherstellung eines lebendigen jüdischen Lebens in Nordrhein-Westfalen. Die Chance, bestehende Einrichtungen zu modernisieren und neue zu errichten, schafft neue Möglichkeiten in der Angebotsvielfalt für unsere Mitglieder.“ Hanna Sperling, Vorsitzende des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Westfalen-Lippe, ergänzt: „Das Bauprogramm ist weit mehr als nur eine Sicherstellung der Finanzierung der notwendigen baulichen Maßnahmen unserer Gemeindeeinrichtungen. Diese großzügige Förderung ist darüber hinaus auch ein sichtbares Zeichen der Solidarität mit uns.“ Dr. Felix Schotland, Vorstandsmitglied der Synagogen-Gemeinde Köln, erklärt: „Im Judentum ist die Kindererziehung einer der Grundpfeiler unserer Tradition, Kinder bedeuten unsere Zukunft. Wir mussten in diesem Jahr das Gebäude unserer Kindertageseinrichtung „Die Roonies“ sanieren. Für die Mittel, die das Land Nordrhein-Westfalen uns dafür bereitstellt, sind wir sehr dankbar.“ Zu der Verteilung der Landesmittel nimmt Alexandra Khariakova, Vorsitzende des Landesverbandes progressiver jüdischer Gemeinden in Nordrhein-Westfalen, Stellung: „Die Synagogen bilden den Mittelpunkt eines lebendigen Gemeindelebens. Ich freue mich, dass dank der Unterstützung des Landes die liberale Synagoge in Unna durch den Umbau bald eine würdevolle Gestalt annimmt. Hierdurch erhält das jüdische Leben in unserer Region einen neuen Impuls.“

Über die Gesamtdauer des Vertrages stehen den jüdischen Verbänden somit insgesamt 44 Millionen Euro zur Verfügung. Da die Verbände ihre 22 Gemeinden mit deren etwa 28.000 Mitgliedern am besten kennen, entscheiden diese selbst über die Mittelverwendung. Den Einsatz des Geldes müssen die Verbände dem Land mittels Testates eines Wirtschaftsprüfers nachweisen.

Unabhängig davon stellt das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen weiterhin Mittel für baulich-technische Sicherungsmaßnahmen an jüdischen Einrichtungen bereit. Im laufenden Haushaltsjahr sind dafür drei Millionen Euro vorgesehen.

Landesverband der jüdischen
Gemeinden in Nordrhein K.d.ö.R.

Aachen Klimatisierung Synagoge

47.000 Euro

Duisburg Sanierung Gemeindezentrum (Dach, Fassade, Boden)

1.400.000 Euro

Düsseldorf Sanierung Gemeindezentrum (barrierefreier Umbau Toilette)

27.370 Euro

Düsseldorf Sanierung Gemeindezentrum Arbeitsplatz Pforte

50.000 Euro

Düsseldorf Sanierung Gemeinderäumlichkeit Bibliothek + WC 1. OG

50.000 Euro

Düsseldorf Neubau Mikwe (rituelles Tauchbad) u. Waschraum

100.000 Euro

Düsseldorf Gemeinderäumlichkeiten Eingangssituation Verwaltung

5.000 Euro

Düsseldorf Sanierung Gemeindezentrum Neue Fenster

750.000 Euro

Düsseldorf Sanierung Außen- und Innensanierung Synagoge

1.350.000 Euro

Düsseldorf Sanierung Kultuseinrichtung Rohrleitungen Friedhofshalle

15.000 Euro

Düsseldorf Neubau Großtagespflege u. Familienzentrum

1.860.000 Euro

Düsseldorf Umbau Gemeindezentrum Neuss

1.200.000 Euro

Essen Sanierung Gemeindezentrum Sanierung Betonrelief

48.000 Euro

Essen Sanierung Gemeindezentrum Betonsockel Betsaal

57.000 Euro

Essen Sanierung Gemeindezentrum Voruntersuchung Flachdach

1.785 Euro

Essen Sanierung Gemeindezentrum Toiletten u. Leitungen

26.000 Euro

Krefeld Gemeinderäumlichkeit Beschattungsanlage Gemeindesaal

17.000 Euro

Krefeld Neubau koschere Milchküche

50.000 Euro

Krefeld Gemeinderäumlichkeit Technikinstallation Festsaal

20.000 Euro

Mönchengladbach Sanierung Büros Gemeindezentrum

124.000 Euro

Mönchengladbach Umbau ehem. Tankraum in Gemeinderaum

6.000 Euro

Mönchengladbach Erster Bauabschnitt jüdischer Friedhof

440.000 Euro

Wuppertal Dachsanierung Friedhofshalle

29.500 Euro

Synagogen-Gemeinde Köln K.d.ö.R.

Köln Sanierung Fundament Roonstr. (Anbau)

240.000 Euro

Köln Instandsetzung Dach Roonstr.

20.000 Euro

Köln Instandsetzung Eingangstüre Roonstr.

5.000 Euro

Köln Instandsetzung Kanal Ottostr. Innenhof

10.000 Euro

Köln Renovierung Böden und Wände Ottostr.

150.000 Euro

Köln Renovierung Böden und Wände sowie Sanitär Roonstr.

50.000 Euro

Köln Renovierung Böden und Wände Venloer Str.

25.000 Euro

Landesverband der jüdischen
Gemeinden von Westfalen-Lippe K.d.ö.R.

Bielefeld Eingangsbereich

19.000 Euro

Bochum Gemeindezentrum, Trauerhalle, Jugendzentrum

903.600 Euro

Dortmund Gemeindehaus, Rabbinat, Jugendzentrum

432.000 Euro

Gelsenkirchen Gemeindehaus, Trauerhalle (Fußböden, Wände)

49.500 Euro

Hagen Synagoge, Gemeindehaus (Stromnetz, Heizung, Parkplatz)

249.000 Euro

Minden Gemeindehaus (Schornsteine, Küche, Balkone)

45.000 Euro

Münster Erneuerung Sitze Synagoge

18.600 Euro

Recklinghausen Synagoge und Gemeindehaus (Dach, Wand, Fassade)

155.700 Euro

Landesverband progressiver jüdischer
Gemeinden in Nordrhein-Westfalen e.V.

Unna Umbau einer ehemaligen Kirche in eine Synagoge mit Gemeindehaus

2.000.000 Euro

 

 

Leave a Reply