Jochen Ott: „CDU und FDP tragen den Streit um G8/G9 in jede Schule“

Düsseldorf (EB) – Anlässlich der heutigen Pressekonferenz des Ministeriums für Schule und Bildung zur schulgesetzlichen Umsetzung der Leitentscheidung G9 erklärt Jochen Ott, schulpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag NRW: „Zwei Herzen schlagen bei diesem Thema in meiner Brust. Auf der einen Seite freue ich mich für die zukünftigen Schülerinnen und Schüler an unseren Gymnasien, dass wieder mehr Zeit zum Lernen zur Verfügung steht. Für die jetzige Schülergeneration hätte ich mir aber gewünscht, dass eine klare Entscheidung zur Rückkehr zu G9 für alle Gymnasien getroffen worden wäre.In einer Pressemitteilung heißt es weiter: „So wird der Streit, der die letzten Jahre auf der Ebene der Landespolitik nicht beigelegt werden konnte, auf die Kommunen übertragen. Daraus ergeben sich dann in der Folge mehrere Probleme: es wird eine einmalige Entscheidung von Menschen getroffen, die von den Konsequenzen dieser Entscheidung weitgehend unberührt bleiben, da die Schulrechtsänderung sich nur auf die aktuellen dritten und vierten Klassen bezieht. Die Eltern und Kinder, die demonstriert und für G9 gekämpft haben, profitieren nicht von der Reform. Das ist eine große Enttäuschung.

Die Schulkonferenzen der Gymnasien entscheiden in diesem Herbst über ihre zukünftige Form. Viele Eltern wissen jetzt bei der Anmeldung noch nicht, ob sich das Gymnasium für G8 oder G9 entscheiden wird.

Für unsere Schülerinnen und Schüler hätte ich mir eine klare Entscheidung G9 für alle gewünscht. Aus Sicht der SPD bliebe dann Zeit genug, eine Reform der Oberstufe zu entwickeln, welche die Absolvierung des Abiturs nach zwei, drei oder vier Jahren ermöglicht. Die  SPD-Fraktion hat einen Antrag eingebracht, den wir parallel zum Gesetzentwurf diskutieren wollen, um die möglichen Alternativen zu verdeutlichen.

Die großen Diskussionen stehen noch aus: Besonders problematisch ist, dass der Konnexitätsausgleich noch nicht geklärt ist. Ein Gesetz zu verabschieden, ohne die Kosten zu kennen, ist nicht seriös. Die Kommunen werden sich damit nicht zufriedengeben.“

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