Wie Politiker Trauer vemarkten

(tu) Im Karneval haben zwei Politiker, Henriecke Reker (parteilos) und Ministerpräsident Armin Laschet (CDU, Ministerpräsident NRW), kostümiert ihre Trauer bekundet über ein Opfer, das von einer Straßenbahn überfahren wurde. Der junge Mann, übrigens ein Beamter des LKA, der wie Tausende feierte, geriet unter die Bahn, weil ihn womöglich ein anderer nach Rangeleien ins Gleisbett gestoßen hatte. Die Sachverhalte sind ungeklärt. Politiker bekundeten ihre Betroffenheit in bunten Uniformen, genau in solchen, mit denen sie wenig später im Rosenmontagszug  bejubelt werden wollten. Die Zeit zum Umkleiden fehlte wohl für ein Gedenken. Das ist unangemessen.

Anderes Beispiel. Am Dienstag erfuhr die Schulleitung des Elisabeth-von-Thüringen-Gymnassiums (Sülz) von einem schrecklichen Autounfall, der eine Familie auslöschte. Ein getötetes Mädchen war Schülerin der sechsten Klasse. Der Direktor entschied spontan vor Beginn des Umzugs: Unsere Schule nimmt nicht am Karnevalsumzug teil. Catering, Getränke – abbestellt. Monatelange Vorbereitung der Ehrenamtlichen? Egal.

Die Entscheidung war richtig. Der Respekt, den die Schule dem verstorbenen Kind und der Familie gezollt hat, indem sie nicht an dem Karnevalszug teilgenommen hat, war konsequent. Keine der lokalen Tageszeitungen hat diese Begebenheit bemerkt. Das ist auch gut so. Weil Trauerarbeit nicht in Zeitungen stattfinden soll, schon gar nicht in Narren-Verkleidung.

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