Sicherheit/Gesichtserkennung: Innenminister de Maizière verteidigt Modellversuch

Köln – Innenminister de Maizière hat einen Modellversuch zur automatischen Gesichtserkennung durch Kameras am Berliner Bahnhof verteidigt. Im ARD-Morgenmagazin erklärte der Minister, im Versuch solle erprobt werden, welchen Nutzen Gesichtserkennungsverfahren für die Aufklärung und die Prävention von Straftaten tatsächlich habe. Wenn der Modellversuch positiv verlaufe, könne man von einem unglaublichen Sicherheitsgewinn sprechen.

Bedenken von Kritikern und Datenschützern weist der Minister zurück. „Sonst sagte die Opposition bei neuen Sicherheitsgesetzen, ‚Ihr wisst ja gar nicht, ob das wirkt‘. Jetzt testen wir, ob es wirkt. Da ist es auch wieder nicht recht.“

Diese Art von Technik werde ohnehin eingesetzt, etwa im privatem Bereich, wo heute jeder ein Programm installieren könne, um etwa Prominente in einer Menschenmenge zu erkennen. „Da habe ich Bedenken, ob man so was eigentlich zulassen soll. Aber wenn der Rechtsstaat unter bestimmten Bedingungen solche Technik einsetzt, um Schwerverbrecher zu fangen, dann finde ich das einen Gewinn an Sicherheit. Und ich kann nicht erkennen, wieso zusätzliche Grundrechte derer, die zwar abgeglichen, aber nicht gespeichert werden, verletzt werden.“

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