Ministerpräsidentin Malu Dreyer: Mit K.O. Götz verlieren wir einen Jahrhundertmaler

Mainz (EB) – „Karl Otto Götz, bekannt als K.O. Götz, war ein Pionier der abstrakten Kunst der Nachkriegszeit. Sein Lebenswerk war wegweisend für eine ganze Generation deutscher Maler. Zu seinen Schülern zählen Gerhard Richter und Sigmar Polke. Zahlreiche Museen, so auch die Berliner Neue Nationalgalerie, ehrten ihn anlässlich seines 100. Geburtstages mit großen Ausstellungen. Mit K.O. Götz verlieren wir einen Jahrhundertmaler“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer anlässlich des Todes des Künstlers. Sie sprach der Familie im Namen des Landes Rheinland-Pfalz ihr Beileid aus und betonte, dass das Land ihm ein ehrendes Andenken bewahren werde.

„K.O. Götz, der den Westerwald zu seiner Wahlheimat gemacht hatte, hat gemeinsam mit seiner Frau Karin, die als Künstlerin unter dem Namen Rissa bekannt ist, die Kunst- und Kulturlandschaft des Landes auf eine einzigartige Weise bereichert. Als einer der bedeutendsten bildendenden Künstler in Deutschland hat sich K.O. Götz bis zu seinem Tode seine Schaffenskraft bewahrt. Trotz einer erheblichen Einschränkung seiner Sehfähigkeit arbeitete er mit Hilfe seiner Frau Rissa auch noch im hohen Alter an neuen Werken. Sein Schaffen und auch die Stiftung, die Götz und seine Frau Rissa 1997 gegründet haben, waren ein großes Geschenk für die Kunstszene in unserem Land“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

K.O. Götz wurde am 22. Februar 1914 in Aachen geboren. Bereits 1936 veröffentlichte er erste abstrakte Arbeiten und experimentierte mit Film und Fotografie. Unter den Nationalsozialisten hatte er Ausstellungsverbot, malte aber dennoch heimlich weiter. Nach den Kriegswirren stand K.O. Götz für einen radikalen Neuanfang in der Kunst. Als einziger deutscher Künstler war er 1949 bis 1951 Mitglied der in Paris gegründeten, kunsthistorisch bedeutenden Künstlergruppe „COBRA“ und nahm an deren Ausstellungen in Amsterdam, Brüssel und Lüttich teil. Mit anderen Künstlern bildete er 1952 die Quadriga, die als Keimzelle des deutschen “Informel” gilt. Auch als Professor an der Kunstakademie Düsseldorf nahm K.O. Götz von 1959 bis 1979 maßgeblichen Einfluss auf die Gegenwartskunst. Seit 1975 lebte und arbeite K.O. Götz mit seiner Frau Rissa in Niederbreitbach im Westerwald.

Für sein vielseitiges Engagement wurde K.O. Götz im Jahr 2007 das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Im Jahr 2009 folgte für K.O. Götz und seine Frau Rissa die Würdigung mit dem Landesverdienstorden. K.O. Götz starb am Samstag im Alter von 103 Jahren.

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