VBE: Lehrerberuf attraktiver machen – Seiteneinstieg muss Notlösung bleiben

Düsseldorf (EB) – Kooperationen mit der Wirtschaft und die Anwerbung von Quereinsteiger können nur Notlösungen sein. Sie beheben nicht das Grundproblem für den Lehrermangel in Nordrhein-Westfalen. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) NRW weist die Landesregierung mit Nachdruck auf die notwendige Angleichung der Besoldungsstufen für alle Lehrkräfte auf A13/E13 hin, da sonst nicht genügend
junge Menschen für den Beruf begeistert werden können.
Gegenüber den Aachener Nachrichten erklärte Schulministerin Gebauer, dass unkonventionelle Wege gegangen werden müssten, wie etwa mehr auf Seiteneinsteiger oder Kooperationen mit Unternehmen zu setzen. Unternehmen könnten demnach zeitweise Mitarbeiter für einzelne Unterrichtsstunden zur Verfügung stellen. Während bereits über die Kostenfrage diskutiert wird, steht für den VBE
NRW die pädagogische Qualifikation im Mittelpunkt.
„Durch Experten einen Einblick in das Berufsleben zu bekommen, kann für Schülerinnen und Schüler bei der Berufswahl sicherlich hilfreich sein. Jedoch halte ich es für fragwürdig, sich dauerhaft auf Personal zu fokussieren, das keine pädagogische Qualifikation besitzt. Pädagogische und didaktisch-methodische Qualifikationen sind wichtige Voraussetzungen für qualitativen Unterricht“, erklärt Udo
Beckmann, Vorsitzender des VBE NRW. Die Bertelsmann Studie vom Juli zum Anstieg der Schülerzahlen zeige, wie dringend mehr Lehrerinnen und Lehrer gebraucht werden. Auf Basis der Daten ergibt sich nach Schätzungen des VBE in NRW bis zum Jahr
2030 ein Bedarf von 11.000 zusätzlichen Lehrkräften, Schwerpunkt Grundschule. „Wenn eine Unterrichtsversorgung mit pädagogischen ausgebildeten Fachpersonal gelingen soll, bedarf es einer deutlichen Ausweitung der Studienkapazitäten und einer Aufwertung des Lehrerberufs, unter anderem durch eine bessere Bezahlung“, so Beckmann abschließend.

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