Mobilität/E-Auto: Hofreiter wirft Automobilindustrie und Politik Versagen vor – „Noch heute wird weiter betrogen“

Köln – Grünen Fraktionschef Anton Hofreiter hat der Industrie und der Politik im Bereich der Elektro-Mobilität Versagen vorgeworfen. So sei beispielsweise bislang versäumt worden, ein einheitliches Ladesystem aufzubauen, wie es beispielsweise in England und Holland gelungen sei, sagte er im ARD-Morgenmagazin. Die deutsche Automobilindustrie habe es versäumt, rechtzeitig auf E-Mobilität umzusteigen.

Zur Ursache erklärte Hofreiter: „Ich glaube, es war eine Mischung aus Arroganz, Ahnungslosigkeit und Unterstützung durch die Bundesregierung. Ich würde sagen, bei der Autoindustrie sieht man exemplarisch was passiert, wenn man eine Industrie durch politische Maßnahmen von Wettbewerbern und Umweltauflagen abschottet. Sie wird innovationsträge. Und die Autoindustrie hat drei Gruppen von Menschen betrogen: Sie hat die Menschen in den Städten betrogen, deren Gesundheit sie gefährden. Sie hat hat die Verbraucherinnen und Verbraucher betrogen. Sie haben andere Autos geliefert, als sie behauptet haben. Und sie haben die Arbeiter betrogen in ihren Werken, die jetzt um ihre Arbeitsplätze fürchten müssen.“

Noch heute werde weiter betrogen, weil immer noch Autos verkauft würden, die nicht den gesetzlichen Vorgaben entsprächen, sagte Hofreiter. Er forderte, man solle die Manager in Haftung nehmen. „Die verdienen Millionen, und wenn die großen Schwierigkeiten einmal auftreten, jenseits der gigantischen Gesundheitsprobleme, wo ja tausende Menschen frühzeitig sterben, sitzen sie längst in ihren Villen mit ihren Millionen-Abfindungen.“

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