Innere Sicherheit/Amri: NRW-Innenminister Jäger (SPD) weist Behörden-Versagen zurück – „Auch künftig Risiko von Anschlägen“

Köln – Der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) hat Vorwürfe, die Behörden hätten im Fall des Berlin-Attentäters Amri versagt, zurückgewiesen. Im ARD-Morgenmagazin erklärte er, die Behörden in Berlin und NRW seien davon ausgegangen, dass von Amri keine aktuelle Anschlagsgefahr gedroht habe. Der Tunesier sei eher im Drogenmilieu verortet worden. Es habe keine Handhabe gegeben, ihn in Haft zu nehmen. „Wir diskutieren heute mit dem Wissen von heute“, erläuterte Jäger.

Zurecht hätten Bürger das Bedürfnis, dass Gefährder aus dem Verkehr gezogen würden, bevor Schaden angerichtet werde. „Sicherheitsbehörden können das manchmal nicht. Wir sind im Fadenkreuz des internationalen Terrorismus in Deutschland. Wir leben in einer offenen, freien Gesellschaft. Wir werden auch möglicherweise in Zukunft mit dem Risiko leben müssen, dass Anschläge verübt werden.“ In Frankreich, England und Spanien seien ebenfalls Anschläge von Personen begangen worden, die den Behörden zuvor schon bekannt gewesen seien, sagte Jäger.

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