Schulauftakt in NRW – CDU und Gewerkschaft üben Kritik an Ministerin Löhrmann

Düsseldorf (EB) – Klaus Kaiser, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion, hat zum beginnenden neuen Schuljahr, Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) scharf kritisiert. „Es bleibt mal wieder alles beim Alten: Die rot-grüne Landesregierung versucht ihre Unfähigkeit in der Bildungspolitik unter möglichst vielen Zahlenkolonnen zu verstecken. Dass die Realität vor Ort anders aussieht, ist durch die Klagen der Schüler, Eltern und Lehrer allgemein bekannt: Inklusion, Unterrichtung von Flüchtlingskindern, Unterrichtsausfall, neue Regelungen beim G 8 – die Schulen werden durch neue Aufgaben und strukturelle Benachteiligungen erdrückt. Wie Frau Löhrmanns Verweise auf umstrittene Erhebungsmethoden bei Statistiken den konkret Betroffenen helfen sollen, bleibt ihr Geheimnis. Auch die Lehrergewerkschaft VBE zeigte sich enttäuscht.

In einer Presseerklärung sagte Kaiser: „Zu große Klassen, keine funktionierende Vertretungsreserve, falsche Organisation der Inklusion, zu wenig Schulsozialarbeiter, zu viel bürokratische Belastungen  – das ist der traurige Alltag an den Schulen in Nordrhein-Westfalen. Die schönen Worte von Frau Löhrmann zum „längeren gemeinsamen Lernen“ helfen da auch nicht weiter: „längeres gemeinsames Lernen“ in zu großen Klassen mit ständig ausfallendem Unterricht geht zu Lasten der Schülerinnen und Schüler. Individuelle Förderung gerade von schwächeren Kindern bleibt dabei als erstes auf der Strecke. Frau Schulministerin: Danke für die Zahlen. Wo bleiben die Konzepte?“

Als enttäuschend, bezeichnete Udo Beckmann, Vorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) NRW die Aussagen von Schulministerin Sylvia Löhrmann in der Schuljahrespressekonferenz. „Sie hat keine Antworten auf die drängenden Fragen gegeben. Keine Aussage, wie das Destaster der unbesetzten Schulleitungsstellen behoben werden soll, keine Aussage zur Verbesserung der Personalsituation in den inklusiven Lerngruppen, keine Aussage dazu, wie NRW im Ländervergleich bei der personellen Ausstattung der Grundschulen die Schlussposition abgeben will, keine Aussage, wie Sie den Lehrerberuf insgesamt attraktiver machen will. Insgesamt war es ein Neuaufguss vieler bekannter Zahlen, der die tatsächlichen Probleme vernebelt.“

Der VBE bleibe bei seinen Forderungen nach einem Masterplan Grundschule, einer Verbesserung der Lehrerbesoldung und einer deutlichen Verbesserung der personellen Ausstattung der Schulen, damit Schulen die Probleme lösen können, die die Gesellschaft ihnen zuweist.

Zur Diskussion um eine Rückkehr zum G9-Bildungsgang, erklärte Beckmann: „Ich wundere mich sehr, dass ausgerechnet die Elternschaft der Gymnasien, die in der Vergangenheit unbedingt den verkürzten Bildungsgang G8 am Gymnasium wollten, es jetzt ohne wenn und aber begraben wollen.“ Zu bedenken sei, kehre der G9-Bildungsgang zurück, unterscheide sich das Gymnasium kaum noch von der Gesamtschule – bloß ohne deren Fördermöglichkeiten. „Wenn die Nachfrage nach den Schulen des längeren gemeinsamen Lernens offenbar so groß ist, sollte die Landesregierung deren Gründung noch mehr vereinfachen und vor allem bestehenden Haupt- und Realschulen die Möglichkeit der Umwandlung eröffnen.“ Bei einer Reform des G8 sei entscheidend, dass die Sekundarstufe I an allen Schulformen gleich lang sei und damit eine Durchlässigkeit zwischen allen Schulformen gewährleistet sei.

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