Biesenbach: Untersuchungsausschuss zur Silvesternacht will Opfern Vernehmung ersparen

Biesenbach, Bild: CDU

Biesenbach, Bild: CDU

Düsseldorf (EB) – Nach intensiven Beratungen verzichtet der Parlamentarische Untersuchungsausschuss IV (Silvesternacht 2015) darauf, durch die Ereignisse in der Kölner Silvesternacht Geschädigte persönlich zu vernehmen. Dies erklärte der Vorsitzende des Ausschusses, Peter Biesenbach (CDU).

Wörtlich erklärte Biesenbach in einer Pressemitteilung: „Wir wollen den sexuell belästigten und missbrauchten wie bestohlenen Opfern der Ereignisse in der Kölner Silvesternacht eine öffentliche Vernehmung vor dem Untersuchungsausschuss ersparen, zumal es ohnehin unmöglich wäre, alle Betroffenen zu hören. Stattdessen wollen sich die Mitglieder des Untersuchungsausschusses ein Bild des Geschehens aus der Sicht der Betroffenen anhand der erstatteten Strafanzeigen machen.“

Dazu hat der Untersuchungsausschuss auf Vorschlag seines Vorsitzenden bei einem Kriminologen ein Gutachten in Auftrag gegeben, in dem alle knapp 1.200 Strafanzeigen beleuchtet werden sollen. Anhand von 24 Fragen soll der Gutachter das durch die Geschädigten geschilderte Geschehen untersuchen.

Peter Biesenbach: „Es ist zu erwarten, dass sich aus der fachlichen Auswertung, Verdichtung und Bewertung der vorliegenden Strafanzeigen Erkenntnisse zu einer möglichen Typologie der begangenen Straftaten und zu einem eventuellen organisierten Vorgehen der Täter ableiten lassen.

Das Gutachten anfertigen wird Prof. Dr. Rudolf Egg aus Wiesbaden. Prof. Dr. Egg ist Psychologe und Kriminologe. Er war von 1997 bis 2014 Direktor der Kriminologischen Zentralstelle des Bundes und der Länder und ist weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt und gefragt.

Prof. Dr. Egg soll sein Gutachten dem Ausschuss Anfang Oktober 2016 vorlegen und unmittelbar nach den Herbstferien, bzw. Ende Oktober 2016, in öffentlicher Sitzung des Untersuchungsausschusses vorstellen.“

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