Chef der NRW-Senioren-Union will „Demografie-Beauftragten“ im Kanzleramt

Düsseldorf (EB)Der Chef der nordrhein-westfälischen Senioren-Union (SU), Leonhard Kuckart, hat sich dafür ausgesprochen, nach der Bundestagswahl 2017 im Bundeskanzleramt die Position eines „Demografie-Beauftragten“ einzurichten. Dieser sollte im Range eines Bundesministers agieren, erklärte Kuckart, der auch stellvertretender Bundesvorsitzender der SU ist, in einer heute in Düsseldorf veröffentlichten Erklärung.

Zur Begründung meinte der CDU-Politiker: „Die Alterung der Bevölkerung ist die wichtigste gesellschaftspolitische Zukunftsaufgabe. Der demografische Wandel hat Auswirkungen in praktisch alle Bereiche unseres Lebens. Angesichts dieser Tragweite halte ich einen Koordinator mit Ministerrang für erforderlich. Hier geht es nicht um Postenvermehrung, sondern um die Einrichtung eines Amtes, das Sinn macht und Nutzen bringt.”

Der oder die Demografie-Beauftragte sollte nach dem Vorschlag Kuckarts innerhalb der Bundesregierung und gegenüber dem Bundestag sämtliche Gesetzgebung und Ausgabenpolitik im Hinblick auf den demografischen Wandel überprüfen und gegebenenfalls korrigieren. Dazu zählen aus Sicht der NRW-Senioren-Union nicht nur die Rentenpolitik mit der Problematik von Altersarmut, sondern auch die Gesundheitspolitik, das Verbraucherrecht sowie vor allem die Bau- und Verkehrspolitik.

Kuckart wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass bereits jetzt rund zwei Millionen barrierefreie Wohnungen für ältere und pflegebedürftige Menschen fehlen würden. Durch die Ausdünnung von Verkehrsverbindungen drohe älteren Menschen vor allem im ländlichen Raum zunehmend eine gesellschaftliche Isolierung. Zudem bedeuteten die gesundheitspolitischen Vorgaben der Großen Koalition, dass jede sechste Arztpraxis von der Schließung bedroht sei. Dieser „Kahlschlag in der ambulanten medizinischen Versorgung“ gehe vor allem zu Lasten älterer Patienten, befürchtet Kuckart.

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