VBE: Dringend mehr Lehrer für Islamischen Religionsunterricht ausbilden

Düsseldorf (EB) – „So begrüßenswert die heute verabschiedete Grundsatzerklärung ist, so löst sie jedoch nicht das eigentliche Problem. Was wir dringend brauchen ist der deutliche Ausbau der Studienplätze für islamischen Religionsunterricht,“ erklärt der Vorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) Udo Beckmann heute anlässlich eines Treffens zwischen Vertretern von Kirchen, Religionsgemeinschaften und des Beirats für islamischen Religionsunterricht mit Schulministerin Sylvia Löhrmann. Gemeinsam unterzeichneten sie eine Erklärung, die die Bedeutung des Religionsunterrichts für Frieden und Toleranz unterstreicht.

NRW hat zwar vor drei Jahren als erstes Bundesland islamischen Religionsunterricht eingeführt. Es handelt sich aber bisher um ein sehr kleines Angebot, das einem großen Bedarf gegenübersteht. Nur rund 7 000 Schüler belegen das Fach, obwohl in NRW 320 000 muslimische Kinder und Jugendliche leben.

Der VBE kritisiert: Der wachsenden Zahl von Migrantenkindern mit islamischer Religionszugehörigkeit an den Schulen steht bisher nur eine homöopathische Dosis an originär ausgebildeten Lehrkräften für islamischen Religionsunterricht gegenüber. Es gibt viel zu wenige Studienplätze und die ersten Absolventen des Studiengangs werden erst 2017 ihren Vorbereitungsdienst beginnen. Um kurzfristig mehr Personal zu bekommen ist es daher wichtig, die Fortbildungsmöglichkeiten für Lehrkräfte schnellstens auszubauen und sie verstärkt über die einjährigen Zertifikatskurse für den islamischen Religionsunterricht zu rekrutieren und die Zahl der Studienplätze deutlich auszubauen.

Beckmann betont, wie wichtig das ist: „Im Religionsunterricht geht es darum, die eigene Identität, den eigenen Glauben zu entwickeln, nicht ängstlich auf Anderssein zu reagieren, sondern tolerant, ohne Angst vor Verlust des Eigenen. Ist die eigene Identität stark, haben auch radikale Bauernfänger keine Chance.“

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