Nordrhein-Westfalen fördert Trinkwasserauf­bereitung im Partnerland Ghana

Düsseldorf (EB) – Franz-Josef Lersch-Mense, Minister für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien, hat auf seiner fünftägigen Reise in das NRW-Partnerland Ghana einen von insgesamt 136 geförderten Filtern zur Trinkwasseraufbereitung an die lokale Projektkoordination übergeben. Die Landesregierung fördert die Anschaffung von tragbaren Wasserfiltern mit insgesamt 157.530 Euro. Auf diese Weise werden Schulen im Norden Ghanas unterstützt, die über keine oder nur mangelhafte sanitäre Anlagen zur Trinkwasseraufbereitung verfügen.

Minister Lersch-Mense: „Die Förderung der Wasseraufbereitung durch einfache und praktisch anwendbare Lösungen wie den Wasserrucksack, ist eine wichtige Maßnahme mit großer Wirkung für die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort und insbesondere der Kinder in den Schulen.“

Der von der Universität Kassel entwickelte Filter ist als Rucksack konzipiert. Die wartungsfreie Konstruktion ist zehn Jahre verwendbar und kann aufgrund ihres geringen Eigengewichtes von nur 20 kg auch in entlegenen Regionen zum Einsatz kommen. An einem Tag können so insgesamt 1.200 Liter Wasser für bis zu 400 Menschen gefiltert und trinkbar aufbereitet werden. Der englische Name „Portable Aqua Unit for Lifesaving“ wird üblicherweise PAUL abgekürzt und verdeutlicht ebenfalls die weitreichende Wirkung dieses Projekts.

Die Auswirkungen von schlechter Trinkwasserqualität sind groß. Verschmutztes Wasser verursacht nicht nur Erkrankungen, sondern wirkt sich auch negativ auf die allgemeine körperliche Entwicklung von Kindern und deren schulische Leistungen aus. Der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist ein kleiner, aber immens wichtiger Beitrag, um eine gesunde und menschenwürdige Entwicklung der Kinder zu ermöglichen. Von der Verteilung des lebensrettenden Rucksackes, die durch den Projektträger World University Service (Bonn/Wiesbaden) organisiert wird, profitieren derzeit rund 25.000 Kinder.

Vor Ort wird das Projekt von Saeed Seidu Billa, dem stellvertretenden Direktor der Lokalverwaltung im Nordwesten Ghanas, koordiniert. Durch sein Studium in Köln und die Mitarbeit bei entwicklungspolitisch renommierten deutschen Instituten, wie dem Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) in Bonn und dem Cologne African Studies Center (CASC) in Köln, verfügt er über wichtiges Know-how im Bereich regionaler Entwicklungszusammenarbeit und dem Aufbau von staatlichen Strukturen. Aufgrund seiner Verbundenheit zu seiner ghanaischen Heimat kehrte Billa im Rahmen eines vom Bundesministerium für Entwicklung finanzierten Rückkehrerprogramms für Akademiker aus Entwicklungsländern wieder in den Norden des Landes zurück und bekämpft dort vor Ort die vielschichtigen Probleme in Projekten wie dem Wasserrucksack PAUL.

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