Staranwalt gegen Reinigungskräfte

Düsseldorf (EB) – Dass die Malta Clean & Service GmbH (MCS) im Konflikt mit ihren im St.-Josefshospital in Krefeld-Uerdingen und dem Duisburger St.-Anna-Krankenhaus putzenden Beschäftigten auf den Staranwalt Gernot Lehr der Kanzlei Redeker Sellner Dahs zurückgreift, wertet Die Linke als Eigentor. Wenn eine Reinigungsfirma es nötig habe, für eine Auseinandersetzung mit den eigenen Beschäftigten einen Anwalt zu bezahlen, der unter anderem zwei Bundespräsidenten und Papst Benedikt XVI vertreten hat, so spreche das Bände.

„Gekauftes Recht schafft kein Vertrauen. Eine seriöse Firma müsste alles daran setzen, die Vorwürfe aufzuklären, statt den zuständigen IG BAU Sekretär mit Gerichtsverfahren zu überziehen“ erklärt Özlem Alev Demirel, Landessprecherin der NRW-Linken. „Ein solcher Anwalt berechnet leicht für einen Tag mehr als eine Reinigungskraft im ganzen Monat verdient. Wir sind froh, dass sich die IG BAU davon nicht einschüchtern lässt.“

Wie die Rheinische Post berichtet, hat die mehrheitlich dem Malteser Verband gehörende MCS gegen den Gewerkschaftssekretär Mahir Sahin bei der als unternehmerfreundlich geltenden Pressekammer Hamburger eine einstweilige Verfügung mit Androhung eines Ordnungsgeldes von 250.000 Euro erwirkt. Sahin darf nun nicht mehr offen über die Vorwürfe sprechen, obwohl die IG BAU angibt, etliche Missstände– von Arbeitszeitbetrug über unbezahlten Urlaub bis hin zu Schwarzarbeit – belegen zu können. Hierzu lägen eidesstattliche Erklärungen der Betroffenen vor, so die Gewerkschaft.

Die Vorwürfe beinhalten laut Medienberichten außerdem, dass die Betroffenen das private Gartenhäuschen der Vorgesetzten mit putzen mussten, sich nicht krankmelden durften,  ihren Vorarbeiterinnen Geld zahlen mussten und sogar zur Abtreibung gedrängt wurden.

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