NRW: Zwei Monate mehr Zeit für elektronische Einkommensteuererklärung

Düsseldorf (EB) – Bürgerinnen und Bürger, die ihre Einkommensteuererklärung auf  elektronischem Wege authentifiziert übermitteln, können sich zwei Monate  länger Zeit lassen. Auf Initiative von NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans verschiebt sich die Abgabefrist von Ende Mai bis Ende Juli für all diejenigen, die sich bis Ende dieses Monats im Internet unter www.elster.de registrieren lassen.


Finanzminister Norbert Walter-Borjans: „Wir haben uns das Ziel gesetzt, die  elektronische Abgabe von Steuererklärungen zu fördern. Daher möchte ich  diejenigen Bürgerinnen und Bürger belohnen, die ihre  Einkommensteuererklärung elektronisch und authentifiziert an ihr Finanzamt  übermitteln“.
Auch Bürgerinnen und Bürger, die bereits seit Jahren ohnehin schon  bundesgesetzlich verpflichtet sind, ihre Einkommensteuererklärung  elektronisch abzugeben – zum Beispiel Gewerbetreibende und Selbständige –  kommen in den Genuss der zweimonatigen Fristverlängerung.  „Wir machen da keine Unterschiede, sondern wollen allen einen Anreiz geben,  ihre Einkommensteuererklärung elektronisch und authentifiziert zu  übermitteln.“

Sofern die Steuererklärung durch einen Steuerberater oder  Lohnsteuerhilfeverein erstellt wird, endet die Frist weiterhin regelmäßig erst  Ende Dezember und nicht bereits Ende Juli.  Tipps zur elektronischen Abgabe : Wer sich bei der Steuerverwaltung online registriert, erhält einen bequemen und papierlosen Zugang zu seinem Finanzamt. Die ausgefüllte  Steuererklärung wird authentifiziert und auf elektronischem Weg – ohne  Ausdruck und Unterschrift – direkt an das Finanzamt gesendet. Belege  müssen nur dann eingereicht werden, wenn es eine gesetzliche Verpflichtung  gibt, wie zum Beispiel bei Spendenbescheinigungen. Weitere Informationen  stehen unter www.elster.de bereit.

Müssen alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine  Einkommensteuererklärung bis 31. Mai oder 31. Juli abgeben?

Bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern besteht nur dann eine Pflicht zur  Abgabe einer Einkommensteuererklärung, wenn sie neben ihrem Arbeitslohn  im zurückliegenden Jahr weitere Einkünfte, wie zum Beispiel solche aus  Vermietung und Verpachtung, erzielt oder Lohnersatzleistungen wie zum  Beispiel Arbeitslosengeld erhalten haben. Aber auch gewährte Freibeträge für  den Lohnsteuerabzug oder zum Beispiel die Steuerklassenkombination III/V  bei Ehegatten/eingetragenen Lebenspartnern, die beide Arbeitslohn beziehen,  führen zur Abgabepflicht bis Ende Mai oder bei Registrierung im Internet bis  Ende Juli.  Walter-Borjans: “Obwohl viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht  verpflichtet sind, eine Einkommensteuererklärung abzugeben, kann ich nur  dringend dazu raten, dies freiwillig zu tun. Denn in vielen Fällen gibt’s vom  Finanzamt eine Erstattung, die sich niemand entgehen lassen sollte.“  Die freiwillige Abgabe der Einkommensteuererklärung 2015 (sogenannte  Antragsveranlagung) ist – elektronisch oder auf Papier – bis zum 31.  Dezember 2019 möglich.

Bereits für das Jahr 2011 wurde eine bundesgesetzliche Pflicht zur  elektronischen Übermittlung von Steuererklärungen für Bürger, die Gewinneinkünfte erzielen (zum Beispiel Gewerbetreibende oder Freiberufler)  eingeführt. Davon gibt es aber Ausnahmen (§ 150 Absatz 8 der bundesweit  geltenden Abgabenordnung). Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn der  Bürger keinen PC besitzt und die Schaffung der technischen Möglichkeiten  nur mit einem nicht unerheblichen finanziellen Aufwand möglich wäre oder  auch dann, wenn der Bürger auf Grund seiner individuellen Kenntnisse und  Fähigkeiten nicht oder nur eingeschränkt in der Lage ist, die Möglichkeiten der  Datenfernübertragung zu nutzen (Härtefälle).

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