DGB NRW: Die Zeit drängt – mehr Ausbildungsstellen und Integrationsangebote

Düsseldorf (EB) – „Wir erwarten von der morgigen Spitzenrunde im Ausbildungskonsens greifbare Ergebnisse. NRW darf bei der Ausbildung nicht das Schlusslicht im Bundesvergleich sein“, sagt der Vorsitzende des DGB NRW, Andreas Meyer-Lauber. Das Angebot an Ausbildungsplätzen und die Integration von Flüchtlingen sind aus Sicht der Gewerkschaften in NRW die zentralen Themen für den Ausbildungskonsens. Andreas Meyer-Lauber weiter: Wir wollen uns mit den Zielgrößen des Ausbildungsmarktes 2016 befassen und endlich eine Kehrtwende bei den rückläufigen Ausbildungsverträgen herbeiführen. Die Zahl der unversorgten Bewerberinnen und Bewerber ist viel zu hoch. Sie stagniert auf einem hohen Niveau bei über 20.000 Jugendlichen in jedem Jahr.

Die Kehrtwende ist auch deshalb wichtig, weil wir ab dem kommenden Jahr wieder mit steigenden Bewerberzahlen rechnen müssen, auch wenn nicht klar ist, wie viele Geflüchtete dann schon unmittelbar dem Ausbildungsmarkt zur Verfügung stehen. Das hängt entscheidend davon ab, wie schnell und effektiv wir die Integration in Ausbildung und Arbeit vorbereiten.

Wir brauchen dringend genügend Sprach- und Integrationskurse, eine Berufsorientierung und Berufsvorbereitung. Sorgen bereiten uns die Förderlücken im System, die schnellstmöglich zu schließen sind. Gerade die 18- bis 25-Jährigen fallen durch das Raster. Sie sind nicht mehr berufsschulpflichtig, aber zum großen Teil hochmotiviert und leiden darunter, dass sie zur Untätigkeit gezwungen sind.

Wir fordern die Landesregierung deshalb auf, die internationalen Förderklassen an den Berufskollegs deutlich aufzustocken und den Zugang bis zum 25. Lebensjahr zu ermöglichen. Hierzu haben Kammern, Arbeitgeber und DGB einen konkreten Vorschlag gemacht. Außerdem fehlen für den Ersteinstieg Basissprachkurse, die notwendig sind um ein Mindestmaß an Verständigung zu gewährleisten. Hier fordern wir 45.000 zusätzliche Plätze.“

Hintergrund:

DGB, Kammern und Arbeitgeber haben in einem gemeinsamen Forderungskatalog die Landesregierung zum Handeln aufgefordert. Die Kernforderungen für die morgige Spitzenrunde lauten:

·         Das Land NRW muss zum kommenden Schuljahr 5.000 zusätzliche Plätze im Rahmen der Internationalen Förderklassen an den Berufskollegs zur Verfügung zu stellen.

·         Die 500 Plätze in den „Förderzentren für Flüchtlinge“ in Kombination mit der Beschulung in Internationalen Förderklassen, die die Agenturen für Arbeit in NRW in Zusammenarbeit mit dem Schulministerium anbieten, müssen aus Landesmitteln ergänzt und so auf 5.000 Plätze aufgestockt werden.

·         Das Land muss Mittel für zusätzliche 45.000 Basissprachkurse bereitstellen. Anschlusskurse zum Erreichen des Sprachniveaus B 1 müssen ebenfalls durch das Land deutlich ausgeweitet werden, damit jeder Flüchtling nach dem Basiskurs einen Anschluss bis zum Niveau B1 zeitnah verwirklichen kann.

Bereits am Dienstag hatte die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit das Bundesland im bundesweiten Vergleich auf dem letzten Platz beim Angebot von Ausbildungsplätzen gesehen. Auf 100 Stellen kämen 116 Bewerber; insgesamt fehlten nach Einschätzung der Regionaldirektion in diesem Jahr 13.000 Ausbildungsstellen.

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