Erstes Urteil des Amtsgerichts Köln im Zusammenhang mit den Vorfällen in der Silvesternacht

Köln (EB) – Das Amtsgericht Köln hat heute einen 23 Jahre alten Angeklagten wegen Diebstahls und wegen Besitzes von Betäubungsmitteln zu einer Freiheitsstrafe von 6 Monaten mit Bewährung und zusätzlich zu einer Geldstrafe von 100 Euro verurteilt. Die Bewährungszeit wurde auf 3 Jahre festgesetzt. Nach der Beweisaufnahme war das Gericht davon überzeugt, dass der Angeklagte am 31.12.2015 um 23:15 Uhr im Bereich des Bahnhofsvorplatzes der Geschädigten ein Mobiltelefon im Wert von 350,00 Euro gestohlen hat, als diese gerade das Mobiltelefon in der Hand hielt, um den Kölner Dom zu fotografieren. Sodann versuchte der Angeklagte, mit der Beute zu fliehen. Die Geschädigte konnte den Angeklagten jedoch einholen. Er wurde sodann von anwesenden Polizeibeamten festgenommen.

Bei der Durchsuchung des Angeklagten, der marokkanischer Staatsangehöriger ist, wurden zudem 0,1 Gramm Amphetamin in seiner Socke gefunden. Er befand sich seit dem 01.01.2016 in Untersuchungshaft. Eine Beteiligung des Angeklagten an den sexuellen Übergriffen war nicht Gegenstand der Anklage und der Entscheidung des Gerichts.

Der Angeklagte hält sich nach eigenen Angaben seit einem Jahr in Deutschland auf. Bei der Tat führte er eine Bescheinigung über die Meldung als Asylsuchender vom 18.12.2015 mit sich. Über den Stand und den Fortgang des Asylverfahrens hatte das Amtsgericht Köln nicht zu entscheiden.

Bei der Strafzumessung hat das Gericht zu seinen Gunsten insbesondere berücksichtigt, dass der Angeklagte nicht vorbestraft ist und dass er sich bei der Geschädigten entschuldigt hat, die die Entschuldigung auch angenommen hat. Zu seinen Lasten hat das Gericht maßgeblich die raubähnliche Begehungsweise berücksichtigt, sowie den Umstand, dass der Angeklagte offensichtlich seine Ausweispapiere weggeworfen hat, um sich einer möglichen Abschiebung zu entziehen.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Aktenzeichen: 581 Ds 39/16

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