NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens präsentiert Bilanz zur Demenzversorgung in Kliniken

Barbara Steffens, Bild: Grüne NRW

Barbara Steffens, Bild: Grüne NRW

Düsseldorf (EB) – Gesundheitsministerin Barbara Steffens hat heute eine Bilanz ihres Projekts „Blickwechsel.Demenz“ präsentiert. In drei Jahren haben hiernach 70 Kliniken in NRW an dem Projekt teilgenommen und die Versorgung von Demenzerkrankten verbessert. Auch Angehörige und Personal seien dadurch entlastet worden. „Mit diesem Unterstützungsprogramm ist es den Krankenhäusern gelungen, sich besser auf die steigende Zahl der Patientinnen und Patienten mit Demenz in der Akutversorgung einzustellen. Im Ergebnis haben wir in NRW – verglichen mit anderen Bundesländern – einen hohen Umsetzungsgrad demenzsensibler Maßnahmen im Krankenhaus“, erklärte Gesundheitsministerin Barbara Steffens anlässlich der Abschlusstagung des Projektes im Elisabeth-Krankenhaus Essen. Veranstalter der Tagung waren der Paritätische NRW als Projektträger und die Krankenhausgesellschaft NRW.

In einer Pressemitteilung des Ministeriums heißt es weiter: „Demenziell Erkrankte stellen bei einem Krankenhausaufenthalt eine besondere Herausforderung dar, auf die das Personal, die Behandlungsabläufe aber auch die Einrichtung der Stationen abgestimmt und vorbereitet sein muss. Sonst droht den Erkrankten durch eine langfristige Verschlechterung ihres Zustandes der Verlust von Lebensqualität und Selbstständigkeit. Neben der Belastung durch die akute Erkrankung sind Menschen mit Demenz durch den Wechsel der Umgebung und die Änderung ihrer Gewohnheiten verunsichert und können mit Angst und Abwehr reagieren.“

Im Rahmen des Projekts entwickelten die beteiligten Krankenhäuser praxisorientierte Lösungen. Unter anderem wurde das Personal qualifiziert, Konzepte zur Strukturierung des Tagesablaufs der Demenzerkrankten erarbeitet und die Zusammenarbeit mit Angehörigen sowie deren Beratung verbessert.

„Die Ergebnisse des Projekts machen Mut. Eine demenzsensible Betreuung im Krankenhaus ist nicht nur möglich – sie rechnet sich sogar für das Krankenhaus“, so Dr. Susanne Angerhausen, Projektleitung beim Paritätischen NRW. „Denn das Projekt hat gezeigt: Krankenhäuser, die sich darauf einlassen, steigern nicht nur den Behandlungserfolg und die Zufriedenheit von Patientinnen und Patienten mit Demenz, sondern auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Krankenhäuser sind zufriedener.“ Durch präventive Aspekte, wie zum Beispiel Delirprophylaxe oder ein passgenaues Entlassungsmanagement, werden Wiedereinweisungen und Rückfälle vermieden.

„Viele Krankenhäuser in NRW entwickeln bereits Strukturen, um den Anforderungen demenzkranker Patientinnen und Patienten und ihrer Behandlung gerecht werden zu können. Hier hat das Unterstützungsprogramm wichtige Hilfestellung bei der Umsetzung geleistet“, erklärte Jochen Brink, Präsident der Krankenhausgesellschaft NRW und wies auf den hohen Hilfe- und Pflegebedarf bei der Versorgung von chronisch Kranken sowie bei psychischen und vor allem dementiellen Erkrankungen hin. Hier stünden die Krankenhäuser aufgrund der steigenden Zahl von Patientinnen und Patienten mit diesen Krankheitsbildern sowie der damit verbundenen hohen Belastungen des Personals vor großen Herausforderungen, so Brink.

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