Jugendliche diskutieren mit Landtagspräsidentin über Flüchtlingspolitik

Düsseldorf (EB) – Das Engagement für junge Flüchtlinge in NRW stand im Mittelpunkt eines Gesprächs von Landtagspräsidentin Carina Gödecke mit Vertretern des Kinder- und Jugendrates (KiJu-Rat) NRW. Die mehr als 40 Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 19 Jahren berichteten am Dienstag, 17. November 2015, im Landesparlament von ihren konkreten Unterstützungsmaßnahmen vor Ort und diskutierten mit der Präsidentin über Probleme und den Umgang mit Vorurteilen gegen die Schutzsuchenden.

Seit vergangenem Jahr trifft sich der Rat einmal im Jahr mit der Landtagspräsidentin, um über seine Arbeit zu diskutieren. Er vertritt die Interessen der nordrhein-westfälischen Kinder und Jugendlichen in der Politik sowie in der Öffentlichkeit. Viele Mitglieder sind in kommunalen Kinder- und Jugendräten aktiv. KiJu-Rat-Sprecherin Chantal Schalla bedankte sich für diesen regelmäßigen Austausch. Er sei eine “Anerkennung” für den Rat.

Die Jugendlichen berichteten zunächst von ihrem vielfältigen Engagement für junge Flüchtlinge in den Kommunen. So gibt es in Düsseldorf jeden Sonntag Treffen – die Jugendlichen aus der Stadt gehen mit jungen Flüchtlingen ins Kino oder ins Theater und bringen ihnen die deutsche Kultur näher. In Leichlingen sind Flüchtlingspartnerschaften geplant. In Mülheim/Ruhr klären Jugendliche in der “Aktion Toleranz” deutsche Schülerinnen und Schüler über das Thema Flüchtlinge auf. Für das kommende Jahr ist die Gründung eines Chores, einer Band oder eines Orchesters mit Flüchtlingen geplant.

Auf den Nägeln brannten dem KiJu-Rat Probleme vor Ort, beispielsweise beim Schulunterricht für Flüchtlingskinder, bei der Ausbildung und beim freien Zugang zum Internet. Die Landtagspräsidentin betonte, dass es insbesondere in der Oberstufe Probleme wegen fehlender Sprachkompetenz gebe. Sie sprach sich zugleich für mehr Schulsozialarbeit aus, da Flüchtlingskinder oftmals traumatisiert seien. Zugleich lobte sie das Engagement des KiJu-Rates. “Flüchtlinge brauchen Freunde. Sie brauchen junge Menschen, die auf sie zugehen.”

Einen großen Teil der Diskussion nahmen Vorurteile gegenüber Flüchtlingen ein, die den Jugendlichen bei ihrem Engagement begegnen. “Kann man diese Vorurteile abbauen?” Und: “Was mache ich, wenn Freunde rechte Parolen in sozialen Netzwerken posten?” Die Landtagspräsidentin ermutigte die Jugendlichen, diesen Vorurteilen entschlossen entgegenzutreten und dabei auch auf das persönliche Gespräch zu setzen. Es sei oft viel wirksamer, wenn man sich in die Augen schaue, als sich in den sozialen Netzwerken zu schreiben.

Auch im nächsten Jahr wird es wieder einen Austausch geben. Dazu haben sich Landtagspräsidentin und KiJu-Rat fest verabredet.

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