CDU kritisiert Innenminister wegen hoher Zahl von Wohnungseinbrüchen

Düsseldorf (EB) – Theo Kruse, innenpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, bezweifelt, dass die jetzt angekündigte Aktion des Innenministers zur Senkung von Wohnungseinbrüchen allein geeignet ist, die Straftaten wirksam zu bekämpfen. Innenminister Ralf Jäger hatte vor allem gefordert, Bürgerinnen und Bürger müssten ihre Fenster und Türen besser gegen Wohnungseinbrecher schützen. Dies allein reiche nicht aus, sagte Kruse.

Weiter erklärte Kruse: „Innenminister Jäger befindet sich bei der Bekämpfung der Einbruchskriminalität in Nordrhein-Westfalen weiterhin auf dem Holzweg. Heute hat er verkündet, dass rund 40 Prozent der Einbrüche im Versuchsstadium stecken bleiben, weil die Täter an gut gesicherten Fenstern und Türen scheitern würden. Das ist leider nur ein Teil der Wahrheit. Was Herr Jäger verschweigt: In vielen Fällen dringen die Täter auch bei der Versuchstat in die Wohnung ein. Die Vollendung der Tat scheitert häufig nur daran, dass sie keine Beute mitnehmen oder anderweitig gestört werden. Das belegt nicht zuletzt der Zwischenbericht des Landeskriminalamtes zum ‚Forschungsprojekt Wohnungseinbruchsdiebstahl‘, der auf Antrag der CDU-Fraktion Ende September im Innenausschuss veröffentlicht wurde. Offenbar hat Herr Jäger diesen Bericht bis heute nicht gelesen. In der diesbezüglichen Vorlage (Drucksache 16/3255) heißt es zum Thema Einbruchsversuche wörtlich:

‚Bei etwa einem Drittel der Versuche gelangte der Täter in das Objekt, ohne dass es zu einer Wegnahmehandlung kam. […] Nicht alle Versuche, bei denen der Täter nicht in das Objekt gelangte, sind ausschließlich auf ein Scheitern an mechanischen Sicherungen o. ä. zurückzuführen. […] Folglich kann nicht bei allen Versuchen auf ein Scheitern an mechanischen Sicherungsvorkehrungen geschlossen werden.‘ (Seite 6).“

Der CDU-Innenexperte zeigte sich zudem skeptisch, ob das von Herrn Jäger angepriesene Projekt „Riegel vor“ tatsächlich geeignet ist, die Anzahl der Einbrüche zu reduzieren. Kruse: „‘Riegel vor‘ wird bereits seit 2011 von der Polizei in Nordrhein-Westfalen praktiziert. Die Anzahl der Wohnungseinbrüche in unserem Bundesland ist seitdem aber nicht gesunken, sondern weiter angestiegen. Im 1. Halbjahr 2015 sind die Zahlen sogar förmlich explodiert.“

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