Immer mehr Menschen in NRW sind von Grundsicherung abhängig

Düsseldorf (EB) – Ende 2014 erhielten in Nordrhein-Westfalen 262 086 Menschen Leistungen der Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung. Wie das Statistische Landesamt NRW mitteilt, waren das 12 418 (+5,0 Prozent) mehr als ein Jahr zuvor.

46,0 Prozent (120 592) der Empfänger/-innen waren 18 bis 64 Jahre alt; sie erhielten Leistungen der Grundsicherung aufgrund einer dauerhaften, vollen Erwerbsminderung. 54,0 Prozent (141 494) der Leistungsempfänger waren mindestens 65 Jahre alt. Das Durchschnittsalter der Hilfeempfänger mit voller Erwerbsminderung lag in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr bei 44,9 Jahren; Empfänger von Hilfe im Alter waren im Schnitt 73,9 Jahre alt.

54,6 Prozent aller Leistungsbezieher (142 987) waren Frauen; bei den über 65-Jährigen war der Frauenanteil mit 63,4 Prozent (89 680) höher als bei den 18- bis 64-Jährigen (44,2 Prozent). 44 943 Hilfeempfänger (17,1 Prozent) in Nordrhein-Westfalen hatten eine ausländishe Staatsbürgerschaft. Mit 53 361 Personen war etwa jeder fünfte Empfänger in einer stationären Einrichtung untergebracht (zum Beispiel in einem Pflege- oder Altenheim); 208 725 Personen (79,6 Prozent) lebten außerhalb solcher Einrichtungen.

Wie die Statistiker weiter mitteilen, hat sich der durchschnittliche Nettobedarf pro Person im Jahr 2014 um 1,5 Prozent auf 454 Euro (2013: 461 Euro) verringert. Der Nettobedarf ergibt sich aus der Summe aller regelmäßig anerkannten Bedarfe abzüglich des angerechneten Einkommens.

Die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung ist vor allem als ein Mittel zur Bekämpfung der sog. verschämten Armut im Alter eingeführtworden. Anspruchsberechtigt sind hilfebedürftige Personen ab 65 Jahren sowie dauerhaft voll erwerbsgeminderte Personen ab 18 Jahren. Seit Anfang 2005 ist diese Leistung im vierten Kapitel des zwölften Sozialgesetzbuches (SGB XII) verankert.

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