Innenminister Jäger ist besorgt über Anstieg der Motorradunfälle – In diesem Jahr fast 50 Prozent mehr Tote

Innenminister Jäger,  Bild: Sondermann

Innenminister Jäger, Bild: Sondermann

Düsseldorf (EB) – In den ersten sechs Monaten des Jahres starben deutlich mehr Motorradfahrer auf den Straßen Nordrhein-Westfalens als im Vorjahr. Bis Ende Juni waren 42 tote Biker zu beklagen, im vergangenen Jahr waren es im gleichen Zeitraum 29. Das ist eine Zunahme um 44,8 Prozent. „Überhöhte Geschwindigkeit bleibt auch bei den Motorradfahrern der Killer Nr. 1“, stellte Innenminister Ralf Jäger fest. „Vor allem zu schnelles Fahren auf Landstraßen und in unübersichtlichen Kurven bedeutet Lebensgefahr für Biker und andere Verkehrsteilnehmer.“In gefährlichen Verkehrssituationen entscheidet oft die richtige Reaktion des Motorradfahrers über Leben und Tod. „Es hilft jedem Biker, an einem Fahr- und Sicherheitstraining teilzunehmen und sich mit seiner Maschine vertraut zu machen. Besonders bei schwierigen Brems- und Ausweichmanövern muss der Fahrer seine Maschine beherrschen können. Training und eine angepasste Geschwindigkeit retten Leben“, betonte der Innenminister.

Nach Erfahrungen der Polizei sind häufig Anfänger und Wiedereinsteiger in Unfälle verwickelt. Sie unterschätzen oftmals die Leistung ihrer Motorräder und überschätzen die eigenen, fahrerischen Fähigkeiten. „Auch hier spielt die Geschwindigkeit eine besondere Rolle“, warnte Jäger.

Die Polizei stellt heute in Kreuzau-Stockheim das Angebot der Verkehrssicherheitsberater aus Düren vor. Das Aufbautraining für Biker richtet sich an Anfänger, Fahrer mit geringer Fahrpraxis und Wiedereinsteiger. Ein typischer Trainingstag beginnt mit einer theoretischen Einweisung und fahrpraktischen Übungen. Anschließend wird das Erlernte bei einer gemeinsamen Ausfahrt in der Rureifel in die Praxis umgesetzt. „Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie nützlich es ist, wenn Experten der Polizei auf besondere Gefahren für Biker hinweisen und das richtige Fahrverhalten erklären“, warb der Innenminister.

Um mehr Sicherheit für Motorradfahrer zu erreichen, setzt die Polizei auf eine Doppelstrategie: Neben dem Angebot von Fahr- und Sicherheitstrainings führt sie an den Wochenenden in den von Bikern bevorzugten Regionen im Sauer- und Siegerland, im Bergischen Land und in der Eifel zielgerichtete Geschwindigkeitskontrollen durch. Jeder sechste der bisher überprüften Motorradfahrer war zu schnell unterwegs. Seit Mitte Juni kontrollierte die Polizei rund 9.900 Motorradfahrer. Über 1.700 von ihnen hielten sich nicht an das Tempolimit. In mehr als 130 Fällen waren die Geschwindigkeitsüberschreitungen so erheblich, dass Fahrverbote drohen. „Die NRW-Polizei wird ihre gezielten Kontrollen an den Wochenenden fortsetzen“, bekräftigte Ralf Jäger.

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