Die deutsche Wirtschaft setzt Aufschwung fort – Solide inländische Nachfrage

Köln/Berlin (EB) – Die deutsche Wirtschaft setzte im ersten Vierteljahr ihren Aufschwung fort. Das erklärte das Bundeswirtschaftsministerium am Mittwoch. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei nach der jüngsten Meldung des Statistischen Bundesamtes im ersten Vierteljahr 2015 mit +0,3 % spürbar gestiegen. Bereits im Schlussquartal 2014 habe sich die gesamtwirtschaftliche Leistung mit +0,7 % kräftig erhöht. Getragen worden sei die Entwicklung im ersten Quartal vor allem durch die inländische Nachfrage. Insbesondere die privaten Konsumausgaben seien einmal mehr Wachstumsträger gewesen. Das Fundament hierfür sei die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt und die positive reale Einkommensentwicklung. Die Kaufkraft der Verbraucher sei durch den sehr moderaten Preisanstieg auch infolge rückläufiger Rohölpreise gestützt worden. Angesichts sinkender Importpreise und damit kräftig steigender Importvolumina sei im ersten Vierteljahr vom Außenhandel ein merklich dämpfender Wachstumsimpuls ausgegangen. Die Investitionskonjunktur habe dagegen etwas an Fahrt gewonnen. Angesichts der Daten erwartet das Ministerium eine Fortsetzung des Aufschwungs, aber in einem moderaten Tempo.

Die Euroabwertung führt nach Ansicht Berlins zu einer verbesserten Wettbewerbsfähigkeit. Daher sei im Frühjahr ein positiver Wachstumsimpuls des Außenhandels zu erwarten. Es würde auch ein Anstieg der privaten Konsumausgaben erwartet, ebenso wie eine stärkere Investitionsneigung. Probleme blieben durch die Krise in Griechenland, dem Russland-Ukraine-Konflikt sowie der angespannten Situation im Nahen Osten.

Für die Weltwirtschaft erwartet das Ministerium ebenfalls ein moderates Wachstum. Nach einem leicht beschleunigten Anstieg im zweiten Halbjahr 2014 habe sich die Weltindustrieproduktion bis Februar auf demselben Niveau bewegt. Dies sei vor allem auf die Entwicklung in den Schwellenländern zurückzuführen gewesen. In China halte die Wachstumsschwäche auch noch an. Lage kritisch. Und die rückläufigen Ölpreise seien auch für die rohstoffexportierenden Länder Südamerikas eine Belastung. In den Industriestaaten stützten sich die Wachstumserwartungen weiter auf die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich, auch wenn sich dort die Wachstumsdynamik im ersten Quartal abgeschwächt habe. Die Erholung des Euroraums scheine dagegen zu Jahresbeginn leicht an Dynamik gewonnen zu haben. Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwarte in seinem World Economic Outlook vom April ein Wachstum der globalen Wirtschaft von +3,5 % im Jahr 2015 und +3,8 % im Jahr 2016.

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