Lokführerstreik: Wirtschaft rechnet mit einem Schaden von 500 Millionen Euro

Köln (pw) – Einen Schaden in Höhe von Hunderten von Millionen Euro erwartet die deutsche Wirtschaft durch den angekündigten Lokführerstreik. DIHK-Präsident Eric Schweitzer rechnet “alles in allem mit einer halben Milliarde Euro”. Auch Produktionsausfälle will er am Ende der Woche nicht mehr ausschließen, heißt es in einem Bericht der ARD.

Der DIHK fürchtet, dass Lager leer laufen und die Produktion stottere. Schweitzer: “Der Bahnstreik kostet nicht nur Nerven, sondern richtig Geld.” Genervt und besorgt äußern sich auch Vertreter der Chemie-Branche. “Wenn so ein Streik länger dauert, muss man bei Engpässen mit der Versorgung von Rohstoffen rechnen”, sagte eine Sprecherin des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI). Der Schienengüterverkehr sei für die Chemiebranche von großer Bedeutung beim Versand von Rohstoffen, Fertig- und Zwischenprodukten. 2013 seien nach Angaben des VCI 221 Millionen Tonnen Chemikalien in Deutschland transportiert worden, davon 13,8 Prozent mit der Bahn. Zusätzliches Problem: Für manche Gefahrenstoffe sei der Transport auf der Schiene gesetzlich vorgeschrieben, ein Ausweichen auf die Straße nicht möglich.

Unverständnis herrscht in der Stahlindustrie: “Ein Sieben-Tage-Streik im Güterverkehr trifft die Stahlindustrie als den größten Kunden von DB Schenker Rail erheblich”, sagte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff. 200.000 Tonnen, die jeden Tag für die Stahlindustrie von der Bahn transportiert würden, könnten nur teilweise auf LKW oder Schiffe umverteilt werden. “Da der Streik so kurzfristig angekündigt wurde, konnten zudem nur begrenzt Vorkehrungen getroffen werden”, so Kerkhoff.

Comments are closed.