1. Mai: DGB-Chef Meyer-Lauber warnt vor Verschärfung des Arbeitskampfs

Meyer-Lauber warnt am 1. Mai die Arbeitgeber, Bild: DGB

Meyer-Lauber warnt am 1. Mai die kommunalen Arbeitgeber, Bild: DGB

Aachen (tu) – Der nordrhein-westfälische DGB-Vorsitzende Andreas Meyer-Lauber hat auf der zentralen Kundgebung zum 1. Mai in Aachen die Kommunalen Arbeitgeber vor einer Verschärfung des Arbeitskampfs im Bereich der Sozial- und Erziehungsdienste gewarnt. „Die kommunalen Arbeitgeber haben bis heute kein Angebot vorgelegt. Sie verstehen anscheinend nur die Sprache des Arbeitskampfes“, sagte der Gewerkschaftschef. „Das ist der Grund, warum in den nächsten Wochen die Kindertagesstätten noch manchmal geschlossen sein werden.“ Meyer-Lauber betonte gleichzeitig, er erwarte von der Regierung Kraft, „dass der Tarifabschluss des öffentlichen Diensts 1:1 auf unsere Kollegen übertragen wird“. Er gehe davon aus, dass in den nächsten Wochen wie in anderen Bundesländern auch eine gerechte Lösung gefunden werde.

Meyer-Lauber appellierte ebenfalls an die Politik, die Zunkunft der Arbeitsplätze im rheinischen Braunkohlerevier im Blick zu behalten. Wörtlich sagte er: „In diesen Tagen geht der Konflikt auch um die Arbeitsplätze in der Braunkohle und in den Kraftwerken, ganz in der Nähe von Aachen. Der Klimaschutz ist für uns kein Fremdwort – damit wir uns nicht missverstehen. Auch die Gewerkschafter wollen ihren Kindern und Enkeln eine sichere und gesunde Welt hinterlassen. Aber wenn die Politik Pläne schmiedet, die die Arbeitsinteressen unserer Leute mit keinem Wort berücksichtigen und somit suggeriert wird, dass es sich ohne Job womöglich nachhaltiger leben lässt, dann fahren wir die Krallen aus. Nachhaltigkeit heißt für die, die von ihrer Arbeit leben wollen und müssen, dass sie eine sichere Arbeit haben und nicht wie ein Kollateralschaden behandelt werden! Wir sagen der Bundesregierung klar und deutlich: Wenn ihr die Energiepolitik ändern wollt, müsst ihr mit den Gewerkschaften faire Bedingungen aushandeln, die keinen ins Bergfreie stoßen.”

In Nordrhein-Westfalen nahmen heute 99.000 Menschen an Demonstrationen und Kundgebungen des DGB zum Tag der Arbeit teil. Bundesweit gingen 402.000 Beschäftigte auf die Straße und demonstrierten unter dem Motto „Die Arbeit der Zukunft gestalten wir!“.

Die landeszentrale Kundgebung des DGB NRW fand in Aachen statt. Dort sprachen der Vorsitzende des DGB NRW, Andreas Meyer-Lauber, und die Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft. An der Veranstaltung auf dem Aachener Markt nahmen rund 3.500 Gewerkschafter teil.

Seit 125 Jahren demonstrieren die Gewerkschaften am 1. Mai für die Rechte und die Würde der arbeitenden Menschen. Zu den vielen historischen Erfolgen zählte Meyer-Lauber auch die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns, der nur die untere Grenze einer akzeptablen Bezahlung darstelle. Noch mehr Beschäftigte als bisher müssten künftig durch Tarifverträge geschützt werden. Einer Aufweichung des Mindestlohns erteilte der DGB-Vorsitzende eine klare Absage.

Beiträge honorarfrei unter Quellenhinweis “tutt-news”

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