Germanwings-Airbus mit Ziel Düsseldorf in Frankreich abgestürzt – Keine Hoffnung für Crew und 144 Passagiere

Germanwings-Flug 9525 über Frankreich abgestürzt Bildschirmfoto: tu

Germanwings-Flug 4U9525 über Frankreich abgestürzt. Bildschirmfoto: tu

Düsseldorf (EB, tu) – Ein mit 150 Menschen besetzter Germanwings-Airbus ist am Dienstagmittag in Frankreich abgestürzt. Die Maschine war auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf. Nach Angaben des französischen Staatssekretärs Alain Vidalies sind alle Menschen  ums Leben gekommen. An Bord waren auch 16 Schülerinnen und Schüler sowie zwei Lehrerinnen des Joseph-König-Gymnasiums aus Haltern. NRW-Ministerpräsidentin sprach den Angehörigen ihr Mitgefühl aus. Das Weiße Haus in Washington geht nach dem Absturz des Germanwings-Airbusses nicht von einem terroristischen Hintergrund aus, berichten amerikanische Medien unter Hinweis auf Sicherheitskreise.

Noch am Nachmittag war einer der Flugschreiber der in Frankreich abgestürzten Germanwings-Maschine gefunden worden. Dies berichtete WDR 5 und bezog sich dabei auf den französischen Innenminister Bernard Cazeneuve. Mit der Auswertung des Flugschreibers solle noch am Abend begonnen werden.

Die französische Zeitung „Le Figaro“ berichtete, die Maschine sei gegen 11.20 Uhr vom Radar verschwunden. Der Absturzort liegt in der Nähe Barcelonnette im Département Alpes-de-Haute-Provence. Die Trümmerteile lagen Kilometer weit verstreut, was auf die Wucht des Aufpralls schließen lasse. Die Gegend befindet sich rund 100 Kilometer nordwestlich von Nizza. Die französische Luftfahrtbehörde DGAC erklärt laut N-TV, der Airbus habe um 10.47 Uhr Ortszeit ein Notsignal gesandt. Zu dem Zeitpunkt habe sich die Maschine in einer Höhe von 5000 Fuß (etwa 1500 Meter) befunden.

 Kraft, Bild: SPD-Fraktion

Kraft  Bild: SPD

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte alle Termine abgesagt und sich beim französischen Staatspräsidenten informiert.  Sie kündigte an, morgen die Absturzstelle aufzusuchen. Bundespräsident Joachim Gauck drückte den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Auch die  nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft will am Mittwoch zum Unfallort nach Frankreich fahren. Kraft zeigt sich schockiert über den Absturz und die vielen Todesopfer. Sie hoffe, dass doch noch jemand überlebt habe, sagte die SPD-Politikerin, doch die bisherigen Nachrichten, die aus Frankreich übermittelt worden seien,  gäben kaum Anlass zur Hoffnung. Die Sitzung des nordrhein-westfälischen Kabinetts wurde kurzfristig auf Wunsch der  Ministerpräsidentin abgesetzt.

Gödecke  Bild: SPD

Gödecke Bild: SPD

Landtagspräsidentin Carina Gödecke hat erschüttert auf den Absturz der Linienmaschine in Südfrankreich reagiert. Im Namen aller 237 Abgeordneten des nordrhein-westfälischen Parlamentes sprach sie den Familien und Freunden der Opfer ihr tiefes Mitgefühl aus. „In diesen schweren Stunden sind wir in Gedanken bei den Hinterbliebenen. Wir hoffen, dass sie Kraft und Trost finden. Nach dem plötzlichen Verlust ihrer Lieben sind sie nicht allein.“

Der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger hat wegen des Absturzes des Germanwings-Airbuses für heute und morgen Trauerbeflaggung für alle Dienstgebäude des Landes, der Gemeinden und Gemeindeverbände sowie der übrigen Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts, die der Aufsicht des Landes unterliegen, angeordnet. „Damit bringen wir unsere tiefe Betroffenheit über dieses schreckliche Unglück zum Ausdruck. In Gedanken sind wir bei den Familienangehörigen und Freunden der Opfer“, sagte der Innenminister.

Das Auswärtige Amt hat nach dem Absturz der Germanwings-Maschine von Barcelona nach Düsseldorf einen Krisenstab eingerichtet. Angehörige könnten sich unter der Krisenhotline 030 -5000 3000 informieren, teilte ein Sprecher am Dienstag in Berlin mit. Das Außenministerium stehe in engstem Kontakt mit den französischen Behörden.

Im französischen Nachrichtensender BFMTV äußerte sich Pierre-Henry Brandet, Sprecher des französischen Innenministeriums. Er bestätigte, dass der französische Innenminister Bernard Cazeneuve sich am Unglücksort in Digne-les-Bains in den französischen Alpen ein Lagebild verschaffen will. Die Bergungsarbeiten würden sich in die Länge ziehen. Das Flugzeug sei in einer schwer erreichbaren Region abgestürzt.

Der Absturzort wurde von den französischen Rettungskräften zügig lokalisiert, allerdings sei es schwierig mit Feuerwehr und Rettungswagen an die Absturzstelle zu gelangen. Die französischen Behörden erwägen, Rettungsflugzeuge einzusetzen. Brandet erklärte darüber hinaus, dass die betroffenen Regierungen und Konsulate in Deutschland, Spanien und Frankreich im Kontakt stehen. Der französische Präsident François Hollande empfing heute den spanischen König Filipe 6., der anschließend wegen des Unglücks wieder in seine Heimat flog.  „Es ist der schlimmste Unfall seit dem Absturz der Concorde im Jahr 2000“, wird Brandet zitiert.

Die in den französischen Alpen abgestürzte Airbus-Maschine der Lufthansa-Tochter Germanwings war mehr als 24 Jahre alt. Nach Informationen der Website Airfleets.net war die Maschine vom Typ A320 am 6. Februar 1991 an die Lufthansa ausgeliefert worden. Zwischenzeitlich war der Jet mit 147 Sitzplätzen und der Kennung D-AIPX unter dem Städtenamen “Mannheim” unterwegs. Ihren Jungfernflug hatte sie am 29. November 1990.

Tags: , , , , ,

Comments are closed.