VBE: Um Unterrichtsausfall zu verringern, müssen deutlich mehr Lehrer eingestellt werden

Düsseldorf (EB) – „Wenn die Landesregierung nicht ernsthaft bereit ist, die Schulen personell in die Lage zu versetzen, dass Unterrichtsausfall kompensiert werden kann, sind alle Erhebungen dazu raus geschmissenes Geld“, kommentiert der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) NRW, Udo Beckmann, die heute vorgestellten Ergebnisse des Schulministeriums: „Die Daten und Berechnungen machen deutlich, dass eine Stellenreserve von acht Prozent für jede Schule ein Minimum ist, um Unterrichtsausfall zu begegnen. Eigenverantwortliches Arbeiten der Schülerinnen und Schüler ist in der Grundschule und in der Sekundarstufe I keine Vertretungsmaßnahme.“

Unterrichtsausfall ist aus Sicht des VBE jede Unterrichtsstunde, die nicht gemäß des Stundenplans gehalten wird. „Wenn das eine Unterrichtsfach lediglich durch ein anderes beliebiges ersetzt wird oder Vertretungsunterricht in übergroßen Lerngruppen stattfindet, hilft das den Schülerinnen und Schülern später bei den zentralen Prüfungen wenig“, so Beckmann in einer Presseerklärung. „Es kann beim Thema Unterrichtsausfall nicht darum gehen, die statistischen Werte um jeden Preis zu verbessern, sondern darum, echte Grunddaten zu erhalten, um die Bildungschancen von Kindern an jeder einzelnen Schule zu sichern. Allein der gewählte Zeitraum für die Stichprobe zirka vier Wochen nach den Sommerferien wirft schon viele Fragezeichen mit Blick auf die Wertigkeit dieser Stichprobe auf.“

„Dass der Unterrichtsausfall nicht noch größer ist, ist zum großen Teil zu Lasten der Lehrergesundheit erkauft worden“, stellt Beckmann klar. „Es würde noch mehr Unterricht ausfallen, wenn die Lehrkräfte nicht bereit wären, über ihre Unterrichtsverpflichtung hinaus ein zu springen.“ Die Folge sei, dass viele Lehrkräfte durch die Mehrarbeit gezwungen werden, ihre regulären Arbeiten in den Nachmittag oder aufs Wochenende zu legen: „Das Risiko von Burnout scheint für die Landesregierung ein probates Mittel zu sein, um den Schein einer umfänglichen Unterrichtsversorgung zu wahren“, bemängelt Beckmann.

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