Kölner Hooligan-Attacke auf Fanbus: Prozess Mitte September

Düsseldorf (LT) – Der Fall hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt: Kölner Hooligans hatten am 4. März 2012 auf der Autobahn-Raststätte Siegburg einen Bus mit Fans des Fußballbundesligisten Borussia Mönchengladbach attackiert und mit Steinen beworfen. Wie Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) im Rechtsausschuss auf Anfrage der FDP mitteilte, soll der Prozess gegen drei mutmaßlich beteiligte Männer voraussichtlich Mitte September 2015 vor der 15. großen Strafkammer des Landgerichts Köln beginnen. Die Vorwürfe: Nötigung und schwerer Landfriedensbruch.

Zwei Angeklagten werde vorgeworfen, den Fanbus auf der A 3 ausgebremst, abgedrängt und zum Anhalten auf der Raststätte Siegburg gezwungen zu haben. Der dritte Mann soll andere, nicht identifizierte Personen zum Angriff auf den Bus aufgefordert haben. Gegen weitere 25 Personen sei das Verfahren eingestellt worden, heißt es im Bericht des Justizministeriums.

Die Zeitspanne zwischen Tat und Verhandlung begründete der Minister in erster Linie mit der „verfassungsrechtlich gebotenen vorrangigen Bearbeitung von Haftsachen“. Alle großen Strafkammern des Landgerichts Köln seien in diesem Zusammenhang in den vergangenen Jahren großen Belastungen ausgesetzt gewesen. Aufgrund des erheblichen Umfangs des „Hooligan-Verfahrens“ sei eine parallele Verhandlung zu Haftsachen nicht möglich gewesen. Bereits in der Anklage seien 47 Zeugen benannt, es sei wahrscheinlich, dass weitere hinzukämen. Die Angeklagten selbst hätten sich bislang nicht zur Sache geäußert. Kutschaty führte zudem umfangreiche polizeiliche Ermittlungen zum Umfeld möglicher weiterer Tatbeteiligter sowie die Auswertung von Telekommunikationsdaten an.

Die Oberlandesgerichte Köln und Düsseldorf hätten auf die hohe Belastung der Großstadt-Landgerichte reagiert und Unterstützung aus ihren jeweiligen Geschäftsbereichen veranlasst. Außerdem seien im laufenden Jahr sechs zusätzliche Richter-Planstellen für das Kölner Landgericht geschaffen worden. Text: zab

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