Neubau der Leverkusener Rheinbrücke schon 2017 – Minister stimmt Autofahrer auf Staus ein – Scharfe Kritik der Union

Düsseldorf (tu) – Mit dem dringend notwendigen Neubau der Leverkusener Autobrücke soll jetzt schon im Jahr 2017 begonnen werden. Dies kündigte NRW-Verkehrsminister Michael Groschek am Dienstag in Düsseldorf an. Dadurch bedingte Staus für den Fahrzeugverkehr seien zu erwarten, kündigte er an. Darauf wolle er die Öffentlichkeit schon jetzt vorbereiten. Die CDU-Landtagsfraktion warf dem Minister vor, das Problem der Brückensanierung verschleppt zu haben.

Das Straßennetz rund um die Leverkusener Rheinbrücke müsse fit gemacht werden, um während des Neubaus der Brücke einen möglichst reibungslosen Ausweichverkehr in der Region zu gewährleisten. Seit Monaten ist die marode A1-Brücke für Lastwagen gesperrt, 2017 sollen die ersten Bauarbeiten für den Neubau der Autobahnbrücke beginnen. Dies erfordere einen großen Eingriff in die zentrale Rheinquerung, die täglich immer noch von mehr als 100.000 Fahrzeugen genutzt werde, teilte das Milisterium in einer Presseerklärung mit. Um dann größere Verkehrsbehinderungen zu vermeiden, würden viele Baustellen im gesamten Raum von Leverkusen und Köln vorgezogen und vor 2017 beendet. Dies sei vor allem darum nötig, um während der Bauarbeiten an der Rheinbrücke leistungsfähige Ausweichstrecken zur Verfügung zu haben.

Verkehrsminister Michael Groschek: „Der Neubau der Leverkusener Rheinbrücke ist für den Landesbetrieb Straßenbau NRW eine der größten Herausforderungen der letzten Jahre. Um jahrelange, große Verkehrsbehinderungen möglichst zu vermeiden und es für die Auto- und Lastwagenfahrer weitgehend erträglich zu machen, ist ein ausgeklügeltes Baustellenmanagement von größter Bedeutung. Ich bin mir sicher, dass wir in Abstimmung mit den betroffenen Städten und der Wirtschaft zu intelligenten, koordinierten und somit stauvermeidenden Lösungen kommen werden. Aber ganz ohne Staus und Umleitungen wird es sicherlich nicht gehen – und genau darauf wollen wir die Öffentlichkeit frühzeitig und optimal vorbereiten.“

Unterdessen war der CDU-Verkehrsexperte Klaus Voussem (MdL) der Landesregierung vor, die Baumaßnahme verschleppt zu haben. In einer Mitteilung der CDU-Fraktion heißt es wörtlich: „Die Probleme bei den Brücken in Nordrhein-Westfalen sind bereits seit Jahren bekannt. Der Bund hatte schon 2009 festgestellt, dass die marode Rheinbrücke der A 1 in Leverkusen nicht mehr zu retten ist. Daraufhin hatte die schwarz-gelbe Vorgängerregierung Anfang 2010 die „Projektgruppe Brückenertüchtigung“ eingesetzt. Doch statt die Vorarbeiten der Projektgruppe aufzugreifen und fortzuführen, hat die rot-grüne Minderheitsregierung versucht, dieses drängende Problem auszusitzen. Im Jahr 2011 wurde sogar unter dem damaligen Verkehrsminister Voigtsberger und seinem grünen Staatssekretär Becker ein Planungsstopp verhängt und die Ingenieursleistungen für Bundesfernstraßenplanung massiv zurückgefahren.

Mit den Planungen für den Neubau der Leverkusener Autobahnbrücke hatte Rot-Grün erst dann begonnen, als die Brücke schließlich Ende 2012 aus Sicherheitsgründen für den Schwerlastverkehr komplett gesperrt und eine Geschwindigkeitsbegrenzung für Pkw verhängt werden musste. SPD und Grüne haben das Thema über Jahre verschleppt. Ausbaden müssen es tagtäglich Bürgerinnen und Bürger, die in kilometerlangen Staus festsitzen oder Unternehmen, die zeit- und kostenintensive Umwege in Kauf nehmen müssen.“

Die Rheinschiene im Raum Köln ist eine der größten Verkehrsdrehscheiben Europas. Allein die A3 muss täglich bis zu 170.000 Fahrzeuge verkraften, das ist Rekord in NRW. Die Kehrseite der Medaille: So viel Verkehr bedeutet auch, dass die Straßen in Mitleidenschaft gezogen werden. Jedes fünfte Fahrzeug ist ein Lkw – diese schädigen die Autobahnen und Brücken in der Region am meisten. Der mangelhafte Zustand der Rheinbrücke Leverkusen im Verlauf der A1 hat es damit zu trauriger Berühmtheit gebracht. Das Bauwerk gilt mittlerweile als Mahnmal für die marode Infrastruktur in Deutschland und muss ständig überprüft und geschweißt werden.

Erschwerend komme hinzu, dass nicht nur die Rheinbrücke erneuert werden müsse, heißt es in der Erklärung des Ministeriums. Auch andere Autobahnteilstücke müssten an die aktuellen Kapazitätserfordernisse angepasst werden, wiederum an anderer Stelle müsse dem zeitgemäßen Anspruch auf Lärmschutz der Anwohner entsprochen werden. Außerdem müssten einige Fahrbahnbeläge komplett erneuert, Autobahnkreuze leistungsfähiger gemacht und Brückenbauwerke verstärkt werden, damit der Neubau noch aufgeschoben werden und der Verkehr dennoch sicher fließen kann. Ein Großteil der Maßnahmen müss fertig sein, bevor die Rheinbrücke neu gebaut werden könne.

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