NRW-Lokalfunk bedauert Frequenzvergabe der LfM-Medienkommission

Düsseldorf (EB) – Die heutige Entscheidung der Medienkommission der Landesanstalt für Medien (LfM) zugunsten des Senders Metropol FM stößt bei den Verbänden des nordrhein-westfälischen Lokalfunks auf Bedauern. Der Vorsitzende des Verbandes Lokaler Rundfunk in Nordrhein-Westfalen e. V. (VLR), Fritz-Joachim Kock, sowie der Vorsitzende des Verbandes der Betriebsgesellschaften in Nordrhein-Westfalen e.V., Benedikt Hüffer, erklären gemeinsam: „Die Frequenzvergabe an die rheinland-pfälzische Verlagsgruppe Schaub mit ihrem Angebot Metropol FM ist eine Entscheidung gegen den Lokalfunk in Nordrhein-Westfalen.“

„Der Lokalfunk als wichtiger Eckpfeiler lokaler journalistischer Vielfalt in Nordrhein-Westfalen war mit seinem Zwei-Säulen-Modell immer ein politisches Modell. Es garantierte lokale Berichterstattung in allen Gebieten Nordrhein-Westfalens. Wir müssen feststellen, dass die  Medienkommission diesem Modell die Unterstützung, die es dringend gebraucht hätte, versagt hat“, so Fritz-Joachim Kock in einer Pressemitteilung. Benedikt Hüffer erklärt hierzu ergänzend: „Die Tatsache, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk über 90 Prozent der Rundfunkfrequenzen verfügen kann, belastet den Privatfunk in NRW schon seit seinen Anfängen. Die Frequenzvergabe war die Gelegenheit, dieses Ungleichgewicht auszugleichen. Diese Chance wurde verpasst.“

Durch die Entscheidung liegt die Verantwortung nun bei der Politik – insbesondere mit Blick auf die Pläne nationaler TV-Veranstalter zur Regionalisierung von TV-Werbung ebenso wie bei der Werbezeitenbeschränkung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Fritz-Joachim Kock: „Unsere ehrenamtlichen Veranstaltergemeinschaften waren in den letzten 25 Jahren verlässliche Arbeitgeber. Anders als in anderen Teilen des privaten Rundfunks wird nach Tarif bezahlt und versucht, ein Maximum an Sicherheit zu gewährleisten. Die jetzt politisch erzeugte Unsicherheit muss dringend beendet werden. Die Politik, die dieses Zwei-Säulen-Modell in NRW etabliert hat,  muss dieses jetzt mit fairen Rahmenbedingungen und einer Zukunftsperspektive ausstatten. Andernfalls trägt sie die Verantwortung für das Scheitern eines über 25 Jahre erfolgreichen nordrhein-westfälischen Sonderweges in der Medienpolitik.“

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