Grünen-Fraktion warnt vor Antibiotika-Einsatz in der Putenmast

Düsseldorf (tu) – Die Grünen-Fraktion im NRW-Landtag hat vor dem Antibiotika-Einsatz bei der Putenmast gewarnt. Die Behandlung gefährde die Gesundheit von Mensch und Tier, sagte der Abgeordnete Norwich Rüße, landwirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion, anlässlich des Fachbericht des Umweltministeriums über den Einsatz von Medikamenten in der Tierhaltung.

In einer Presseerklärung betonte er weiter: “Wenn fast 93 Prozent aller Tiere mit Antibiotika behandelt werden müssen und 10 Prozent der Truthähne während der Mast sterben, dann sind die Haltungsbedingungen der Putenmast in Nordrhein-Westfalen vollkommen inakzeptabel. Die Studie des Umweltministers zeigt, dass die bisherigen freiwilligen Vereinbarungen der Putenmäster unzureichend sind. Als wichtigsten Schritt brauchen wir jetzt eine drastische Reduzierung der Besatzdichte. Notwendig ist auch, die Betreuungsintensität zu verbessern und eine Mast in kleineren Einheiten, damit eine gezielte Behandlung der kranken Tiere möglich ist.

Neben der Tatsache, dass ein Drittel der verabreichten Mittel in Deutschland nicht zugelassen sind, ist ein weiteres erschreckendes Ergebnis, dass sich unter den vier am häufigsten verabreichten Antibiotika zwei sogenannte Reserveantibiotika befinden. Diese Antibiotika sollten unbedingt der Humanmedizin vorbehalten bleiben, damit bei Antibiotikaresistenzen überhaupt noch Behandlungsmöglichkeiten bestehen. Wer diese Medikamente in der Tiermedizin einsetzt, riskiert leichtfertig, dass auch diese Arzneimittel wirkungslos werden und riskiert damit letztlich Menschenleben. Die Reserveantibiotika gehören unbedingt aus der Tiermedizin verbannt.”

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