DGB NRW zur Ausbildungssituation: Wieder 24.000 enttäuschte Jugendliche

Meyer-Lauber, Bild: DGB-NRW

Meyer-Lauber, Bild: DGB-NRW

Düsseldorf (tu) – Angesichts der diesjährigen Ausbildungssituation hat der nordrhein-westfälische DGB-Chef Andreas Meyer-Lauber vor allen Dingen die Unternehmen kritisiert. Zur Bilanz des abgelaufenen Ausbildungsjahres erklärte er:”Wieder hat die Wirtschaft ihr Versprechen nicht eingelöst. 23.848 Jugendliche in NRW haben keinen Ausbildungsplatz bekommen. Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist seit Jahren rückläufig.”

Für die betroffenen Jugendlichen sei die Situation auf dem Ausbildungsmarkt eine Katastrophe. „Wieder 24.000 Enttäuschungen mehr.“ Schließlich sei eine abgeschlossene Berufsausbildung die entscheidende Voraussetzung für einen guten Start in die Arbeitswelt und ein gesichertes Leben. „Verantwortlich für diese Situation sind an erster Stelle die Unternehmen, sie haben wieder zu wenig Ausbildungsplätze zur Verfügung gestellt“, sagte der Gewerkschaftschef.

Nur noch ein Viertel der Unternehmen bildeten überhaupt aus. Viele Betriebe scheuten die Mühen, die eine Ausbildung junger Menschen mit sich bringe und stellten lieber bereits fertig geschultes Personal ein.

„Gleichzeitig scheinen einige Branchen und Berufe ein sehr schlechtes Image zu haben. Jugendliche gehen lieber weiter zur Schule, als dort eine Ausbildung zu beginnen. Hier müssen die Unternehmen nachsitzen. Denn die fehlende Attraktivität einer Branche mit schlechten Arbeitsbedingungen und Verdiensten bedeuten fehlende Fachkräfte in der Zukunft“, warnt Meyer-Lauber.

Aber auch die Politik sei in der Verantwortung, so Meyer-Lauber: ” Die Zahlen geben uns Recht. Eine gesetzliche Ausbildungsumlage ist notwendig und machbar. Der Vorschlag liegt auf dem Tisch. Die versprochene Ausbildungsgarantie muss endlich umgesetzt werden.”

Die vom DGB ausgewerteten Zahlen stammen von der Arbeitsagentur. Zusammengezählt wurden alle Bewerberinnen und Bewerber, die im Ausbildungsjahr 2014 ohne Erfolg einen Ausbildungsplatz gesucht haben. Eingerechnet wurden also auch die Jugendlichen, die in sogenannten Warteschleifen die Zeit bis zur nächsten Ausbildungssaison überbrücken oder mangels Leerstelle weiter zur Schule gehen oder jobben.

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