DGB NRW beklagt Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli: „Größere Probleme bekämpft man mit größeren Anstrengungen“

Düsseldorf (tu) – Im letzten Monat ist die Arbeitslosigkeit in NRW gestiegen. Wie schon in den vergangenen Monaten liegt die Zahl der Arbeitslosen auch über dem Vorjahreswert. Gegenüber 2013 ist ein kräftiger Anstieg um 10.800 zu verzeichnen. Der DGB NRW fordert angesichts dieser Entwicklung größere Anstrengungen von Bund und Land.

Zu den aktuellen Arbeitsmarktzahlen erklärt Dr. Sabine Graf, stellvertretende Vorsitzende des DGB NRW: „Wenn jetzt die Erkenntnis reift, dass NRW besondere Probleme hat, ist das gut. Um diese besonderen Probleme zu lösen, muss der Blick auf die betroffenen Personengruppen gerichtet sein. Gegenüber 2013 ist die Langzeitarbeitslosigkeit um 6.656 Personen angestiegen. Die Zahl der Menschen in der Grundsicherung ist um 10.987 höher. Inzwischen sind 73 % der Arbeitslosen auf Hartz IV angewiesen! Die Zahl der älteren Arbeitslosen ist um 6.648 angestiegen. Selbst bei der Zahl der jüngeren Arbeitslosen ist ein Anstieg zu verzeichnen. Die Arbeitslosigkeit insgesamt liegt inzwischen deutlich über dem Bundesdurchschnitt.

Zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit brauchen wir einen sozialen Arbeitsmarkt, der Arbeit und Qualifizierung in längerfristigen Maßnahmen verbindet. Bisher gibt es knapp 2.000 Plätze. Hier ist dringender Handlungsbedarf geboten, allerdings braucht das Land dafür Unterstützung vom Bund.

Durch den jahrelangen Mangel an Ausbildungsplätzen hat sich die Zahl der Geringqualifizierten ohne Beschäftigung immer weiter erhöht. Diese Menschen brauchen dringend einen Berufsabschluss. Die Agentur für Arbeit muss umsteuern. Weg von kurzatmigen Maßnahmen hin zu vollqualifizierenden Bildungsgängen.

Größere Probleme bekämpft man mit größeren Anstrengungen. Dies gilt noch mehr für die Jobcenter. Die Eingliederungsmittel müssen für abschlussorientierte Bildungsgänge umgeleitet werden. Nur ein Bruchteil der Maßnahmen findet unter dieser Prämisse statt. Die Fachaufsicht liegt hier beim Land. Notwendig ist ein Sonderprogramm des Landes zum Nachholen von Berufsabschlüssen. Es müssen finanzielle Anreize geschaffen werden, damit die Menschen diese Maßnahmen auch finanziell durchhalten. Nur mit einem Abschluss steigen die Chancen auf dem Arbeitsmarkt.“

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