DGB zum NRW-Arbeitsmarkt: Aufwind geht an Arbeitslosen vorbei – „Neue Impulse erforderlich“

Düsseldorf (tu) – Zu den aktuellen Arbeitsmarktzahlen erklärt Andreas Meyer-Lauber, Vorsitzender des DGB NRW: „Im Mai ist die Arbeitslosenquote jahreszeitenbedingt leicht gesunken, sie lag um 0,1 Prozentpunkte niedriger als im April. Im Vergleich zum Vorjahr erleben wir eine widersprüchliche Entwicklung: Obwohl sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um gut 75.000 erhöht hat, verbleibt die Arbeitslosenzahl auf hohem Niveau und steigt gegenüber 2013 sogar an.“

Ein Blick auf die Personengruppen zeigt, so Meyer-Lauber, wo die Probleme liegen: „Es gibt 6.300 mehr Langzeitarbeitslose als vor einem Jahr und 8.600 mehr Hartz IV-Bezieher. Besonders betroffen sind auch die älteren Arbeitslosen über 55 Jahre, ihre Zahl ist gegenüber dem Vorjahresmonat um 4.400 gewachsen.“

Insgesamt werde deutlich: Nordrhein-Westfalen koppele sich erneut vom Bundestrend ab. „Unsere Arbeitslosenquote ist inzwischen deutlich höher als in Deutschland insgesamt. 767.000 Arbeitslosen stehen lediglich 91.000 Stellenangebote gegenüber, die Arbeitskräftenachfrage der Unternehmen ist gesunken.“ Für eine gute Zukunft Nordrhein-Westfalens müsse die Politik auf Bundes- und auf Landesebene jetzt handeln. Die hohe Arbeitslosigkeit müsse stärker in den Fokus rücken. „Wir brauchen neue Impulse für stabiles qualitatives Wachstum durch eine nachhaltige und ressourcenschonende Industrie- und Dienstleistungspolitik. Wir brauchen ein Investitionsprogramm für Bildung, Wissenschaft und Infrastruktur. Nur so können Arbeitsplätze entstehen und gute Arbeit organisiert werden.“

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